Einheitliche Standards für Forschung zu Nahrungsmittelallergien

by | Mar 7, 2024

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Europaweite Initiative COMFA standardisiert Forschung zu IgE-Nahrungsmittelallergien für effektivere Therapien.

 

Eine europaweite Initiative will die Forschung zu IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien verbessern. IgE steht für Immunglobiln E und ist ein Antikörper, der in erster Linie Endoparasiten abwehren soll. Er ist aber eben auch verantwortlich für Allergien. Um die Vergleichbarkeit von Ergebnissen zu fördern und so die Entwicklung effektiver Therapien zu beschleunigen, wurden im Rahmen des COMFA-Projektes (Collaborative Approach to Food Allergies) einheitliche Standards für die Bewertung von Studien festgelegt. Wesentlich Ergebnisparameter sind „Allergische Symptome” und „Lebensqualität“.

In Zusammenarbeit mit dem Team um den Versorgungsforscher Prof. Dr. Dr. Christian Apfelbacher von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wurde ein sogenanntes Core Outcome Set (COS) entwickelt. Dieses Set besteht aus einer standardisierten Zusammenstellung relevanter Ergebnisparameter zu IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien. Die daraus resultierende Vergleichbarkeit von Studien soll die Qualität der Ergebnisse erhöhen. Apfelbacher betont dabei die Bedeutung der Standardisierung: „Viele Studien zu Nahrungsmittelallergien lassen sich trotz ähnlicher Fragestellung nicht vergleichen, da verschiedene Forschungsgruppen unterschiedliche Ergebnisparameter festlegen. Das ist besonders problematisch, da es die Zusammenfassung von Wissen über dieses Krankheitsbild erheblich erschwert.“

Entwicklung effektiver Therapien

Die eingeführten Kriterien sollen nun dafür sorgen, neueste Erkenntnissen schnellstmöglich nutzbar zu machen. Auf dieser Basis sollen künftig auch Untersuchungsergebnisse in Meta-Analysen einfließen. Die Ergebnisparameter würden eine Basis schaffen, um „die Forschung zu Nahrungsmittelallergien zu harmonisieren und zu verbessern sowie die Entwicklung effektiver Therapien zu beschleunigen“, führt Apfelbacher aus. Die Parameter wurde durch eine umfassende Delphi-Konsensstudie festgelegt, an der 778 Personen aus 52 Ländern teilnahmen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Allergy veröffentlicht.

Zahl der Nahrungsmittelallergien steigt

Die Einführung der Standards zur Verbesserung von Therapiemöglichkeiten ist vor allem für Industrieländer als relevant: Gerade hier sind Nahrungsmittelallergien ein wachsendes Gesundheitsproblem. Weltweit stieg ihre Häufigkeit zwischen 1960 und 2020 von drei auf sieben Prozent an. In Deutschland sind etwa zwei bis drei Prozent der Erwachsenen und vier Prozent der Kleinkinder betroffen. Bei einer Nahrungsmittelallergie reagiert der Körper auf Nahrungseiweiße mit der Freisetzung von Antikörpern wie beispielsweise IgE, was zu starken Immunreaktionen wie Ausschlag, Juckreiz, Schwellungen und Entzündungen der Schleimhäute führen kann.

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