Ein Jahr ePA: Gematik zieht positive Bilanz

von | Apr. 15, 2026

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Die Gematik zieht ein Jahr nach Einführung der ePA eine positive Bilanz und die dafür hinterlegte Zahlen zeigen: Es ist immer eine Frage der Perspektive.

 

„Mehr als 100 Millionen hinterlegte Dokumente verbessern Behandlung und Versorgung in Deutschland“ – diese positive Bilanz zieht die Gematik heute nach einem Jahr elektronischer Patientenakte (ePA) in Deutschland. Vor allem Befunde, Laborberichte und Arztbriefe seien in der ePA eingestellt und im Schnitt würden wöchentlich mehr als 21 Millionen Abrufe von Medikationslisten verzeichnet.

Diese Zahlen würden zeigen, dass die ePA bundesweit in der Versorgung genutzt werde, resümiert Dr. Florian Fuhrmann, Vorsitzender der gematik-Geschäftsführung: „Mit der Einführung der ePA holen wir im europäischen Vergleich entscheidend auf. Auch wenn viele andere europäische Länder bereits seit Jahren mit einer ePA arbeiten, brauchte es auch dort Zeit, bis Routine und Akzeptanz erreicht wurden.”

Tatsächlich zeigt auch eine Befragung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands, die jetzt im Februar veröffentlicht wurde, dass 94 Prozent der Versicherten die ePA kennen. Der Großteil (71 Prozent) nutzt sie allerdings nicht aktiv. Für Fuhrmann kein Problem: „Wichtig ist: Die ePA schafft mit einem standardisierten Überblick an Daten und Befunden einen diskriminierungsfreien Zugang zur Versorgung. Davon profitieren alle, auch ohne die aktive Nutzung durch den Patienten.“ Allerdings muss genau diese aktive Nutzung der Versicherten langfristiges Ziel sein und dafür gibt es laut Dr. med. univ. Patrick Heckmann, Arzt und Mitgründer von befundHilfe.com, eine entscheidende Herausforderung: „Die ePA muss von einem reinen Datenspeicher zu einem aktiven Versorgungs-Werkzeug werden.”

ePA noch nicht in allen Bereichen angekommen

Und auch die Gematik räumt ein, dass die ePA selbst im Gesundheitswesen noch nicht überall in die Abläufe integriert sei. Während die Integration in (Zahn-)Arztpraxen und Apotheken bereits gut voranschreite, „läuft in Krankenhäusern zum Teil noch die Umstellung“. Als Grund führt die Gematik die komplexere technische Infrastruktur an, weshalb die Anpassung der Prozesse dort länger dauert. Die Nutzung der ePA nehme aber auch im Kliniksektor zu, heißt es. Während Anfang Oktober 2025 etwa 2.000 Dokumente wöchentlich von Krankenhäusern eingestellt wurden, waren es in der letzten Woche bereits mehr als 90.000.

Tatsächlich zeigt eine aktuelle Umfrage der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dass aufgrund der komplexen IT-Landschaft in vielen Kliniken sowie schleppender Updates vieler KIS-Hersteller 43 Prozent der befragten Häuser erst im dritten Quartal von einer krankenhausweiten Nutzung der ePA ausgehen.

Für die Gematik zählt trotzdem, dass es die ePA gibt und dass das Gesundheitswesen langsam in die Umsetzung kommt: „Jeder Befund und jedes Dokument, das in die ePA gestellt wird, unterstützt die Behandlung“, betont Florian Fuhrmann. Und mit der Weiterentwicklung werde die ePA zum Herzstück der modernen Versorgung – Schritt für Schritt. In diesem Jahr soll beispielsweise noch der Medikationsplan um strukturierte Dosierangaben erweitert werden, es soll eine Volltextsuche sowie Push-Benachrichtigungen für Versicherte in der ePA-App geben sowie eine Datenausleitung zu Forschungszwecken.

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