Mit einem Umsatzplus von sieben Prozent zeigt der Schweizer Pharmakonzern Sandoz im ersten Jahr der Eigenständigkeit, es geht auch ohne Novartis.
Es ist das erste volle Geschäftsjahr seit der Abspaltung von Novartis 2023 und CEO Richard Saynor scheint gelungen zu sein, was er seitdem immer wiederholt hat: Es geht zunächst darum, Vertrauen in Sandoz als eigenständiges Unternehmen aufzubauen. Denn mit einem heute vermeldeten Umsatzplus von gut sieben Prozent erfüllt der Schweizer Pharmakonzern die eigene Prognose. Zu konstanten Wechselkursen wäre sogar ein Plus von neun Prozent herausgekommen. Entsprechend betont Saynor auch die „insgesamt starken“ Geschäftszahlen für 2024 genauso wie die Fortschritte bei der Transformation des Geschäfts. „Wir erzielten sowohl im Gesamtjahr als auch im vierten Quartal ein starkes zweistelliges Umsatzwachstum bei Biosimilars, wobei sich das Wachstum bei Generika in der zweiten Jahreshälfte beschleunigte.“
Stark bei Generika
Generika bleiben mit einem Anteil am Gruppenumsatz von 72 Prozent das größere Geschäftsfeld. Dennoch lag der Umsatz mit 7,5 Milliarden nur etwa ein Prozent über dem des Biosimilar-Geschäfts, das deutlich lukrativer ist. Den Analysten präsentierte Sandoz dann auch direkt die mittlerweile 28 Biosimilar-Kandidaten in den verschiedenen Forschungsstadien, womit man in Basel unterstreicht, dass das mittelfristige Ziel, den Biosimilar-Umsatz auf 30 Prozent zu heben, mehr als realistisch ist. Das dürfte als gewichtiges Argument für die künftige Profitabilität gewertet werden.
Insgesamt lag der Nettoumsatz 2024 bei 10,4 Milliarden US-Dollar (9,73 Milliarden Euro): Das operative Ergebnis stieg bei konstanten Wechselkursen auf 307 Millionen US-Dollar (287 Millionen Euro).
Europa bleibt größter Markt
Mit einem Anteil von 52 Prozent bleibt Europa der größte Absatzmarkt für Sandoz in beiden Geschäftsfelder. Der Umsatzanteil in den USA lag bei 23, der internationale bei 25 Prozent. Wobei gerade das Geschäftsfeld Biosimilars in den USA gegenüber 2023 im abgelaufenen Geschäftsjahr ein starkes Umsatzwachstum von 80 Prozent erzielen konnte (815 Millionen US-Dollar Umsatz). Entsprechend haben sich die Basler mittelfristig das Ziel gesetzt, zum US-Marktführer bei Biosimilars zu avancieren.
Positiv haben sich ferner die Gewinne von Sandoz entwickelt. Der Kern-EBITDA lag bei 2,1 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 19 Prozent. Die EBITDA-Marge wurde mit 20,1 Prozent (18,1 Prozent 2023) verbucht. Der Kern-Nettogewinn lag damit bei knapp 1,2 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Davon sollen auch die Aktionäre profitieren. Für 2024 soll eine Dividende von 0,60 Schweizer Franken je Aktie (0,63 Euro) ausgezahlt werden, was einem Anteil von 24 Prozent am Nettokerngewinn entspricht. 2023 hatte Sandoz 0,45 Franken je Aktie (0,47 Euro) ausgeschüttet.
Gute Aussichten
CEO Saynor geht davon aus, dass sich die insgesamt positive Geschäftsdynamik auch im laufenden Jahr fortsetzen wird. „Wir erwarten Beiträge von mehreren interessanten Biosimilar-Einführungen, darunter Pyzchiva und Tyruko in den USA und Wyost/Jubbonti in Europa und den USA. Diese werden das bereits wachsende Marktportfolio ergänzen und zur Margenausweitung beitragen. Darüber hinaus werden wir unsere branchenführende Pipeline mit Generika und Biosimilars weiter ausbauen“, betont der Sandoz-Chef. Die Prognose für 2025 und der mittelfristige Ausblick würde das Vertrauen in den strategischen Fahrplan sowie die eigenen Fähigkeiten widerspiegeln.
Konkret rechnet man bei Sandoz mit einem Nettoumsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich bei konstanten Wechselkursen und einer Kern-EBITDA-Marge von rund 21 Prozent. Auch der mittelfristige Ausblick bis 2028 wurde noch einmal bekräftigt. Auch hier peilt man ein jährliches Wachstum des Nettoumsatzes im mittleren einstelligen Bereich bei konstanten Währungen, einen Anstieg der EBITDA-Kernmarge zwischen 24 und 26 Prozent sowie eine jährliche Dividende in Höhe von 30 bis 40 Prozent des Kernnettogewinns jeweils für das Gesamtjahr an.
Die insgesamt guten Ergebnisse sowie das Potenzial des Titels scheinen auch die Anleger zu honorieren. Die Sandoz-Aktie legte heute nach den Bilanzzahlen bereits um über sieben Prozent zu.



