E-Rezept beflügelt Umsatz von Redcare Pharmacy

by | Jul 5, 2024

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Die vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal des Jahres von Redcare Pharmacy zeigen: Vor allem das E-Rezept in Deutschland hat den niederländischen Konzern deutlich wachsen lassen.

Plus 37 Prozent beim Rx-Umsatz in Deutschland im zweiten Quartal – damit steigt der Umsatz von Redcare Pharmacy hierzulande auf 50 Millionen Euro und trägt insgesamt zu den positiven Quartalszahlen bei, die die niederländische Versandapotheke nun als vorläufiges Ergebnis vermeldet. Aber auch bei nicht-rezeptpflichtigen Waren ist Redcare Pharmacy mit einem Umsatz von 390 Millionen Euro stark und übertrifft den Vorjahreswert um 21 Prozent. Die aktive Kundenbasis wächst ebenfalls deutlich auf 21,6 Millionen Kunden, was einem Anstieg um 1,4 Millionen Kunden innerhalb eines Jahres entspricht. Insgesamt erreicht der Konzernumsatz im zweiten Quartal 560 Millionen Euro und damit ein Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

CEO Olaf Heinrich betont vor allem die vollständige digitale Lösung bei verschreibungspflichtigen Medikamenten, die man nun in ganz Deutschland anbieten könne, als einen der Umsatzbooster im ersten halben Jahr: „Nach der flächendeckenden Einführung von E-Rx und dem erfolgreichen Start von CardLink haben wir sowohl von unseren bestehenden als auch von neuen Kundinnen und Kunden sehr positives Feedback erhalten.“ Und CFO Jasper Eenhorst ergänzt: „Wie die Beschleunigung des Rx-Umsatzes im zweiten Quartal zeigt, konzentrieren wir uns auf die enormen Chancen des elektronischen Rezepts in Deutschland, wo wir von unserer starken Marke und den Services profitieren.“

Entsprechend positiv hat sich auch die Aktie von Redcare Pharmacy entwickelt. Die Marke von 120 Euro sei nun nachhaltig geknackt, glauben auch die Analysen. Zum Börsenstart ging es mit 129,50 und damit einem Plus von knapp 13 Prozent los. Im Investment Banking von Hauck Aufhäuser wurde das Kursziel von 168 auf 170 Euro angehoben – mit einem deutliche Kaufsignal. Hier erwartet man ein Umsatzwachstum bei verschreibungspflichtigen Medikamenten im zweiten Halbjahr von 80 anstatt bisher 50 Prozent. Auch bei Warburg Research ist man vom Start des E-Rezepts und dem, was Redcare Pharmacy draus macht, begeistert – vor allem, weil der digitale Prozess erst seit weniger als zwei Monaten verfügbar sei. Auch hier gibt es ein klares Kaufsignal, allerdings mit einem zurückhaltenden Kursziel von 138 Euro. In der Schweiz scheint man auf die zweite Jahreshälfte zu warten. Von der UBS gab es ein Verkaufssignal mit einem Kursziel von 86 Euro. Die Zahlen seien zwar grundsätzlich positiv, das E-Rezept-Geschäft in Deutschland müsse aber noch deutlich anziehen.

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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