Die vorläufigen Zahlen von Redcare Pharmacy für das Geschäftsjahr 2024 zeigen: Die E-Rezept-Einführung in Deutschland hat dem Konzern ein „außergewöhnliches“ Jahr beschert.
Es sind zwar noch vorläufige Zahlen, die sind dafür außergewöhnlich gut: Das Umsatzwachstum bei rezeptpflichtigen Medikamenten in Deutschland lag bei 68,7 Prozent und stieg damit auf 254 Millionen Euro. Vor allem das letzte Quartal des Jahres hattes es in sich, wo sich das Umsatzwachstum um 142,4 Prozent beschleunigte (Q1 2024: 6,8 Prozent).
Für Redcare-CEO Olaf Heinrich ist deshalb auch klar: 2024 war für ein besonderes Jahr für die Versandapotheke. „Das elektronische Rezept wurde zum neuen Standard in Deutschland. Mit der erfolgreichen Einführung unserer volldigitalen Rx-Reise und Marketingkampagnen konnten wir eine schnell wachsende Zahl von Rx-Kunden verzeichnen, die von der neuen Lösung profitieren“, ist der Manager überzeugt.
Der Gesamtumsatz im vierten Quartal wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent auf 674 Millionen Euro (Q4 2023: 531 Millionen Euro), wobei 442 Millionen Euro auf Nicht-Rx-Umsätze und 232 Millionen Euro auf Rx-Umsätze entfielen. Mit dem starken letzten Quartal des Jahres konnte die Gruppe einen vorläufigen Gesamtumsatz von 2,37 Milliarden Euro verbuchen, was einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr von 31,8 Prozent entspricht. Auch beim aktiven Kundenstamm konnte die Gruppe noch einmal um 1,7 Millionen im Vergleich zu 2023 zulegen. Damit hat die Versandapotheke die im Oktober letzten Jahres angehobene Prognose vollends erreicht.
Dazu sagt Finanzvorstand Jasper Eenhorst:„In einem vierten Quartal, das in Deutschland von einer milderen Erkältungs- und Grippesaison geprägt war, haben wir ein starkes Wachstum erzielt und unsere Marktführerschaft auch im Non-Rx-Bereich ausgebaut. Auch in unseren anderen europäischen Märkten konnten wir unser schnelles Wachstum, angetrieben durch eine hohe Kundenzufriedenheit, ungebremst fortsetzen.“
Dennoch ist die DACH-Region mit einem Gesamtumsatz von 1,93 Milliarden Euro der stärkste Absatzmarkt. Hier konnte sich Redcare auch noch einmal um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr verbessern. Der Umsatz im Segment International – hierzu zählen die Märkte in Belgien, Italien, Frankreich und den Niederlanden – steig um 26,4 Prozent auf 436 Millionen Euro.
Trotz der guten Zahlen legte die Aktie von Redcare erst stark zu. Im Tagesverlauf konnte sie jedoch lediglich ein Plus von 3,65 Prozent halten. An den Aktienkurs von November mit 170 Euro konnte der Titel jedoch nicht anknüpfen. Und auch die Analysten sind sich uneinig. Während man bei der Baader Bank die Umsatzentwicklung als stark einstuft und den Kurs als guten Einstiegskurs bewertet, ist man bei der UBS von den Ergebnissen enttäuscht. Sie seien hinter den Erwartungen geblieben, weshalb man dort mit weiteren Kursrückgängen rechnet.


