Am Universitätsklinikum Dresden ist der mittlerweile dritte Da Vinci OP-Roboter im Einsatz – zum ersten Mal mit der neuen Single-Port-Technologie.
Am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden ist der dritte Da Vinci OP-Roboter in Betrieb gegangen. Das Team aus der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie hat dabei erstmals das neue Da Vinci SP-System erfolgreich eingesetzt. SP steht für Single Port und bedeutet, dass der OP-Roboter mit nur einem Zugang auskommt. Die Kamera und drei Instrumente werden also gemeinsam eingeführt, was das SP-System für Operationen in anatomisch engen Regionen prädestiniert. Eben diese neuen Möglichkeiten für besonders schonende Eingriffe sollen zunächst in der Viszeralchirurgie, perspektivisch auch in der Urologie sowie der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde genutzt werden. Damit sind am Uniklinikum jetzt insgesamt vier Roboter im Einsatz – neben drei Da Vincis in den OP-Sälen verfügt das Universitätsklinikum zusätzlich über einen Experimental-OP-Roboter, der zur Forschung neuer Einsatzgebiete und -möglichkeiten eingesetzt wird.
„Die robotergestützte Chirurgie entwickelt sich kontinuierlich weiter. Mit dem Da Vinci SP können wir unser Behandlungsspektrum gezielt erweitern und Patientinnen und Patienten bei ausgewählten Eingriffen noch schonender operieren. Gleichzeitig stärkt das neue System die interdisziplinäre Zusammenarbeit am Universitätsklinikum“, sagt Prof. Jürgen Weitz, Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie.
Vorteile des SP nutzen
Gerade bei komplexen Eingriffen im Bauchraum verspricht man sich in Dresden von der SP-Technologie Vorteile. Das umliegende Gewebe kann besonders schonend behandelt werden, gleichzeitig profitieren Operateure von einer hochauflösenden dreidimensionalen Sicht und einer deutlich größeren Beweglichkeit der Instrumente. Für Patienten bedeutet das vor allem kleinere Zugänge, weniger Belastung durch den Eingriff und häufig eine schnellere Erholung. Gerade bei onkologischen Erkrankungen kann dies dazu beitragen, dass notwendige weiterführende Therapien ohne unnötige Verzögerung fortgesetzt werden können.
Eine der ersten Patientinnen, die mit dem Da Vinci SP operiert wurde, ist eine 60-jährige Frau aus Chemnitz. Bei ihr war ein Tumor im Bereich des Dickdarms diagnostiziert worden. Bereits zum Zeitpunkt der Diagnose hatten sich Metastasen in der Leber gebildet. Nach einer erfolgreichen medikamentösen Tumorbehandlung empfahl das interdisziplinäre Tumorboard die operative Entfernung des Primärtumors. Im Rahmen einer rechtsseitigen Hemikolektomie entfernte das Team der VTG-Klinik den betroffenen Darmabschnitt minimalinvasiv mit Unterstützung des neuen Robotersystems.
800 chirurgische Eingriffe mit OP-Robotik pro Jahr
Robotische Verfahren sind am Universitätsklinikum Dresden seit vielen Jahren fester Bestandteil der chirurgischen Versorgung und werden kontinuierlich weiterentwickelt. Allein an der VTG werden jährlich rund 900 minimalinvasive Operationen durchgeführt, davon etwa 300 robotisch assistiert. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) hat die Klinik Ende des letzten Jahres als Exzellenzzentrum für Minimal-Invasive und Robotische Chirurgie ausgezeichnet. Weiterhin sind OP-Roboter bereits in der Klinik für Urologie sowie in der Klinik für Frauenheilkunde und Gynäkologie im Einsatz. Insgesamt werden 800 Patienten pro Jahr robotisch assistiert operiert. Die Anschaffung des neuen Da Vinci SP ist für die Universitätsklinik zugleich ein weiterer Schritt auf dem Weg zum geplanten Zentrum für operative Robotik,, das die klinische Versorgung, Forschung und Ausbildung in diesem Bereich künftig noch enger miteinander verbinden soll.



