Das E-Rezept löst die Papiervariante ab. Bei Docmorris verzeichnet man ein starkes Wachstum bei elektronischen Verschreibungen – zuletzt ein Plus von 25 Prozent in nur wenigen Wochen.
Vor allem das E-Rezept hat zu den positiven Entwicklungen bei Docmorris beigetragen. Im dritten Quartal 2024 wuchs der Außenumsatz mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln (Rx) in Deutschland in Landeswährung um 12,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um 15,5 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2024. Mit einem Wachstum von über 25 Prozent in den letzten Wochen im Vergleich zum Vorjahr ist ein starker Aufwärtstrend erkennbar.
Vielleicht spiegeln die Zahlen auch die recht aggressive Werbung des Online-Anbieters wider, der zuletzt mit großen Werbeplakaten pro E-Rezept in unmittelbarer Nähe zu stationären Apotheken aufgefallen war. In jedem Fall habe das Wachstum bei E-Rezepten den erwarteten Umsatzrückgang bei den Papierrezepten mehr als kompensiert, heißt es aus der Schweiz.
Die dynamische Entwicklung im Rx-Geschäft zeige, dass die Kunden die einfache Einlösung von Rezepten über die Docmorris-App und die Lieferung am nächsten Werktag sehr schätzen, ist man im Konzern überzeugt. Dies spiegelt sich auch im starken Wachstum der Anzahl neuer Rx-Kunden wider. Wiederbestellraten und durchschnittliche Bestellwerte entwickeln sich weiterhin positiv. Vor diesem Hintergrund hat DocMorris seit Mitte September wie angekündigt seine Aktivitäten zur Kundengewinnung intensiviert.
Auch Teleclinic wächst
Auch die Teleclinic, eine wichtige Säule im Docmorris-Gesundheits-Ökosystem, setzte ihr starkes Wachstum im dritten Quartal fort und verdoppelte erneut ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch hier ist Docmorris zuletzt mit vom stationären Wettbewerb als aggressiv eingestuften Maßnahmen aufgefallen.
Doch dieser Einsatz scheint sich zu amortisieren: Der Außenumsatz der gesamten Gruppe wuchs im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 Prozent in Lokalwährung und 3,8 Prozent in Konzernwährung auf 265,7 Millionen Schweizer Franken (rund 280 Millionen Euro). Die Zahl der aktiven Kunden stieg per Ende September im Vergleich zum Vorquartal um 200.000 auf 10,2 Millionen.
Veränderungen stehen bevor
Mit den Quartalszahlen kündigt der Konzern zudem einige Veränderungen an. Zum einen verlässt CTO Madhu Nutakki Docmorris nach mehr als drei Jahren, um in die USA zurückzukehren. Pablo Ros Gomez wird ab dem 1. November 2024 die Funktion des CTO und Mitglied der Geschäftsleitung übernehmen. Er ist bereits für den unternehmensweiten Bereich Technologie, Produkt und IT-Operations/Infrastruktur verantwortlich und war viele Jahre CTO des Segments Europa und ist somit gut auf seine neue Aufgabe vorbereitet.
Und auch die Marke „Zur Rose“ wird zum Jahreswechsel nicht weitergeführt. Künftig werden die Online-Kunden der Apotheke Zur Rose auf Wunsch von der Docmorris-Apotheke aus dem Logistikzentrum in Heerlen mit rezeptfreien und verschreibungspflichtigen Medikamenten beliefert, heißt es in der Meldung. In Absprache mit dem Inhaber der Zur Rose Apotheke in Halle (Saale) wird das Unternehmen auch den Servicestandort Zur Rose Pharma GmbH zum 31. Dezember 2024 schließen.
Ausblick bestätigt
An den Konzernzielen für 2024 will man ob der insgesamt guten Wachstumsperspektive festhalten, heißt es von Docmorris. Das heißt konkret eine Umsatzsteigerung zwischen fünf und zehn Prozent, wobei die E-Rezepte hier eine wichtige Rolle spielen. Das bereinigte EBITDA wird bei minus 50 Millionen Schweizer Franken (umgerechnet rund 53 Millionen Euro) liegen – auch, weil Investitionen von rund 30 Millionen Schweizer Franken (rund 32 Millionen Euro) geplant sind.


