Die vorläufigen Geschäftszahlen der Versandapotheke DocMorris enttäuschen Investoren und Analysten. Das Unternehmen sieht sich nach Startschwierigkeiten beim E-Rezept jedoch auf Kurs.
Was macht Redcare besser als DocMorris? Diese Frage stellen sich heute vermutlich Anleger wie Analysten gleichermaßen. Denn kurz nach Wettbewerber Redcare haben heute auch die Schweizer ihre vorläufigen Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr präsentiert.
Zwar konnte auch DocMorris vom E-Rezept beflügelt vor allem im vierten Quartal ein Umsatzplus von knapp 17 Prozent bei rezeptpflichtigen Medikamenten verzeichnen. Das ist allerdings deutlich weniger als Redcare, die es alleine in Deutschland mit einem Plus von knapp 140 Prozent auf 97 Millionen Euro schafften. Bei DocMorris waren es „nur“ 52 Millionen Franken, also umgerechnet rund 56 Millionen Euro.
Die Erklärung lieferte DocMorris zwar auch – Probleme bei der technischen Umsetzung – gerade die Analysten sind jedoch bei den Bilanzzahlen verhalten. Ein „Sell“ gab es von der UBS, Jeffries belässt die Versandapotheke auf „Buy“, Kursziel 39 Franken.
Abwärts an der Börse
Entsprechen verlor der Titel heute auch im Tagesverlauf an der Börse. Knapp sechs Prozent ging es nach unten. Aktuell notiert die DocMorris-Aktie bei nur noch rund 20 Schweizer Franken.
Dabei sind verschreibungspflichtige Medikamente nicht der einzige Geschäftsbereich und bei Doc Morris betont man, dass alle zum Umsatzwachstum 2024 beigetragen haben. So steig der OTC-Umsatz um knapp sieben Prozent. Der Umsatz von TeleClinic habe sich alleine in Deutschland profitabel auf rund elf Millionen Franken (11,7 Millionen Euro) verdoppelt.
Und auch das Umsatzziel habe man mit einem Plus von ebenfalls rund sieben Prozent erreicht. Der Außenumsatz 2024 liegt bei knapp 1,1 Milliarden Franken (1,2 Milliarden Euro). Daran hat der Hauptmarkt Deutschland alleine einen Anteil von rund einer Milliarden Franken. Im Segment Europa, das sich auf Spanien, Frankreich und Portugal konzentriert, stieg der Umsatz in lokaler Währung gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent auf 63,1 Millionen Franken (rund 67 Millionen Euro).
Nur geringes Kundenwachstum
Allerdings wird mit Blick auf das Kundenwachstum auch deutlich, dass man das Momentum in der Schweiz nicht so richtig mitnehmen konnte. Es stieg per Ende Dezember von 10,2 Millionen im dritten Quartal auf 10,3 Millionen.
Immerhin: Die Zahl der Rx-Neukunden hat sich im vierten Quartal 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verfünffacht. Und man betont: „Trotz signifikanter Umsätze mit Papierrezepten von gesetzlich Versicherten im Vorjahr und der verzögerten Einführung von Cardlink wurde die Trendwende bei der Einlösung von Rezepten mit einem Umsatzwachstum von 2,1 Prozent in lokaler Währung im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr erreicht.“ Das Rx-Wachstum setzte sich im Dezember bis zur Weihnachtswoche mit über 30 Prozent fort. Die ersten Wochen des Jahres 2025 zeigen eine weitere Beschleunigung.
DocMorris verfügt per Ende 2024 über liquide Mittel in Höhe von 95 Millionen Franken.



