DMEA Berlin – eine erste Bilanz

von | Apr. 22, 2026

Anhoren

Teilen

 

Diese Woche trifft sich die (Digital) Healthcare Branche in Berlin zur DMEA. Und obwohl (fast) überall KI draufsteht, beherrschen insgeheim doch zwei andere Schlagworte die Messe.

 

 

Die DMEA ist gestartet. Ein letztes Mal in Berlin und gleich der erste Messetag war äußerst gut besucht. Rund 900 Aussteller aus dem In- und Ausland präsentieren die aus ihrer Sicht wichtigen Lösungen für ein Gesundheitssystem der Zukunft. Auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken war gestern in den Messehallen und verkündete in ihrer Keynote direkt: „Wir wollen nicht an, sondern mit der Digitalisierung sparen.“

Die Marschrute Sparen war ohnehin schon gesetzt, nun soll es vor allem die Digitalisierung richten – etwa die ePA, die sich Warken als „Alltags-App“ sowie DIE zentrale Anlaufstelle für die ambulante Erstversorgung vorstellt.

KI in aller Munde

Was außerdem wenig überraschen dürfte: KI ist das auf den ersten Blick das alles dominierende Thema der Messe. Fast überall steht KI in großen Lettern und kleinen Lettern auf den Ständen und auch die Impulse, Diskussionsrunden und Vorträge werden von KI-Agenten und Large Language Models dominiert.

Aber ist die KI wirklich das große Thema der DMEA? Wer genauer hinhört und -sieht merkt schnell, dass es erst noch einiges an Hausaufgaben zu machen gilt, bevor die KI wirklich alle Versprechen einlösen kann, die gerade gemacht werden. Und wenn von Hausaufgaben die Rede ist, stehen zwei ganz andere Schlagwörter im Mittelpunkt, nämlich Interoperabilität und Daten(souveränität).

An der Basis arbeiten

Gerade für große Versorger mit sektorenübergreifenden Strukturen heißt das, dass sie eine Interoperabiliätsplattform benötigen, erklärt beispielswese Andreas Hempel, Solution Architect eHealth bei der Asklepios Service IT GmbH während eines Impulsvortrags. Dem stimmt auch Marius Knorr, AI Researcher bei der IMD gGmbH zu, der zudem noch betont, dass er und seine KollegInnen keine Fans davon sind, wenn Daten in den Clouds großer US-Techanbieter liegen.

Womit wir bei der Datensouveränität sind. Was die DMEA und ihre Aussteller in diesem Jahr definitiv zeigen: Die digitale Transformation ist in vollem Gange, viele Lösungen auch im Rahmen der KHZG-Förderung sind in der Umsetzung. Nun gilt es allerdings, die nächste Entwicklungsstufe zu zünden und das gelingt nur, wenn die Technologien, die heute schon zur Verfügung stehen, auch mit guten, strukturierten und vor allem verlässlichen Daten gefüttert werden. Und Interoperabilität ist der Schlüssel, der diese solide Datenbasis dann lösungs-, anbieter- und versorgerunabhängig dort zugänglich macht, wo sie benötigt werden.

Daten, Daten, Daten

Dafür sorgt im Übrigen auch der EHDS, der Europäischen Gesundheitsdatenraum, der 2025 in Kraft getreten bis März 2027 auf nationaler Eben ausgestattet sein muss, wie Dr. Christine Haas, Fachgebietsleitung Medizinische Terminologien beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auch noch einmal betont. 2029 gilt er dann verbindlich.

Der Impulsvortrag von Dr. Haas war natürlich deutlich komplexer. Aber vereinfacht ausgedrückt und aus Patientensicht beschrieben, heißt EHDS „nur“, dass die deutsche ePA, die für PatientenInnen idealerweise zum Speicher ihrer Gesundheitsdaten wird, auch mit der französischen, niederländischen und schwedischen kommunizieren kann und alle Daten idealerweise dann noch für übergreifende Forschungszwecke zur Verfügung stehen, sofern denn dafür freigegeben. Dafür müssen die Daten natürlich in derselben „Sprache“ verfasst sein – und damit sind wir zurück bei der Interoperabilität.

Dass Daten eine zentrale Rolle für die Zukunft des Gesundheitswesen haben werden, sieht auch die Bundesgesundheitsministerin, die in ihrer Rede noch einmal auf den aktuellen Entwurf für das Gesetz für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen (GeDIG) verweist. Laut Warken wird es den Nutzen der Digitalisierung für PatientInnen, Behandelnde und Forschende gleichermaßen erlebbarer machen und einen verlässlichen Rahmen für KI-Anwendungen geben.

KI bezeichnete sie als wichtigen Wachstumsmarkt, in dem sie Deutschland gut aufgestellt sieht. Und damit schließt sich der Kreis nach einem Tag DMEA.

Das könnte Sie auch interessieren