DKI-Krankenhaus-Konjunkturbarometer dramatisch niedrig

von | Juni 1, 2026

Anhoren

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Dass die wirtschaftliche Situation innerhalb der deutschen Krankenhauslandschaft angespannt ist, weiß jeder. Das neue DKI-Krankenhaus-Konjunkturbarometer zeigt jetzt jedoch das ganze Ausmaß.

 

 

Maximal unbefriedigend – angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Situation in vielen Kliniken ist es nicht verwunderlich, dass die große Mehrheit von 74 Prozent ihre eigene Lage nicht besser bewerten. Bei großen Häusern ab 600 Betten sind es sogar 95 Prozent. Damit startet das neue Krankenhaus-Konjunkturbarometer des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) mit einem massiven Tiefstand in die Analyse. Mit einem Geschäftsklima-Saldo von minus 63 liegen die Kliniken im Land damit deutlich schlechter als alle anderen Wirtschaftsbereiche.

Und auch der Ausblick ist eher düster: Für die kommenden sechs Monate erwarten 59 Prozent der Krankenhäuser eine weitere Verschlechterung ihrer Lage, in ländlichen Regionen sogar bis zu 79 Prozent.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Dr. Gerald Gaß, warnt eindringlich vor den Folgen dieser Entwicklung: „Während andere Branchen im einstelligen Minusbereich liegen, stehen Krankenhäuser mit minus 63 dramatisch schlechter da als nahezu jeder andere Wirtschaftszweig. Ein solcher Geschäftsklimaindex ist kein Warnsignal mehr – das ist ein wirtschaftlicher Notruf der Krankenhäuser.“

Liquiditätsbasis extrem dünn

Andere Branchen werden in der Regel über den ifo-Geschäftsklimaindex erfasst, der zuletzt branchenübergreifend bei Werten zwischen minus sieben und minus elf auswies. Und Gaß weist darauf hin, dass der die Lage in großen Kliniken und in dünn besiedelten ländlichen Regionen teilweise noch kritischer sei, als die minus 63 ohnehin schon suggerieren. Denn Auch die Liquidität vieler Krankenhäuser ist massiv angespannt. Nur neun Prozent der Häuser können ihre laufenden Betriebsausgaben dauerhaft aus eigenen liquiden Mitteln finanzieren. Bei den übrigen Krankenhäusern reicht die Liquidität im Median lediglich für sechs Wochen Betrieb.

„Es geht längst nicht mehr um Klagen über schwierige Rahmenbedingungen, sondern um die nackte wirtschaftliche Existenz vieler Kliniken“, bringt es Gaß auf den Punkt. „Die Liquidität vieler Krankenhäuser reicht heute kaum noch für wenige Wochen. Da stellt sich ernsthaft die Frage, wie manche Kliniken Ende des Jahres beispielsweise Weihnachtsgeld bezahlen sollen. Eine solche Liquiditätsreserve von wenigen Wochen ermöglicht kein normales Wirtschaften mehr, sondern führt zu einem reinen Überlebenskampf.“

Aktuelle Sparpläne noch nicht berücksichtig

Besonders alarmierend ist zudem, dass die Befragung noch vor Bekanntwerden der aktuellen Sparpläne der Bundesregierung durchgeführt worden ist. Vor diesem Hintergrund seien auch die aktuellen, von Verdi organisierten Klinikproteste zu bewerten, erläutert Gaß: „Diese Proteste sind keine Besitzstandswahrung. Die Beschäftigten kämpfen darum, die Versorgung der Patientinnen und Patienten überhaupt noch sicherstellen zu können.“

Die DKG fordert die Bundesregierung deshalb zu schnellem Handeln auf. „Die Politik muss endlich aufwachen. Wer jetzt nicht handelt, riskiert eine strukturelle Gefährdung der Krankenhausversorgung in Deutschland“, erklärt Gaß.

Das Krankenhaus-Konjunkturbarometer wurde im April 2026 erstmals als repräsentative Befragung unter 185 Allgemeinkrankenhäusern ab 100 Betten durchgeführt. Es soll künftig regelmäßig als Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung im Krankenhaussektor dienen.

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