DKG: ePA-Einführung bleibt Kraftakt

von | März 26, 2026

Anhoren

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Immerhin: Bei der Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) in Krankenhäusern entwickelt sich eine leichte Dynamik. Eine flächendeckende Nutzung liegt jedoch noch in weiter Ferne.

 

Der Wille ist da, an der Umsetzung hapert es. So lassen ich die Ergebnisse einer Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) unter 489 Krankenhäusern zur Einführung der elektronischen Patientenakte ePA wohl am besten zusammenfassen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), die die Ergebnisse veröffentlicht hat, betont die schwierigen Rahmenbedingungen für die Häuser. Angesichts dessen sei die Tatsache, dass inzwischen 40 Prozent der Kliniken, mit der Pilotierung in den Versorgungsprozessen begonnen hätten, positiv zu werten. Im Spätsommer 2025 habe dieser Wert noch bei lediglich sieben Prozent gelegen.

Dass eine flächendeckende Nutzung dennoch ein Kraftakt bleibe, begründet man bei der DKG auch damit, dass die Softwarehersteller Updates nur schleppend bereitstellen würden. Zudem sei auch der Zeitplan zur ePA-Einführung zu ambitioniert gewesen. Wir erinnern uns: Eigentlich sind die Häuser seit dem 1. Oktober 2025 zur Nutzung verpflichtet.

KIS-Updates fehlen

Die Kritik der DKG geht vor allem in Richtung der KIS-Hersteller. 18 Prozent der befragten Häuser würden auch nach mehr als fünf Monaten nicht über ein Update ihres Krankenhausinformationssystems verfügen. Demgegenüber stünden 90 Prozent der Kliniken, die die technische Inbetriebnahme für die ePA-Nutzung bereits gestartet hätten. Die DKG mahnt sogar, dass die verzögerte Auslieferung einige Häuser nun in Gefahr bringe, ab dem 1. April Kürzungen der TI-Pauschale hinnehmen zu müssen.

„Die Krankenhäuser leisten ihren Teil der Hausaufgaben, aber die Lösungen in den Primärsystemen sind noch nicht gut nutzbar. Wenn grundlegende Funktionen wie der automatisierte Datentransfer oder praxistaugliche Lösungen zur Umsetzung von Widersprüchen fehlen, erzeugt das im ohnehin belasteten Klinikalltag einen Mehraufwand, der die Akzeptanz der ePA gefährdet“, erklärt die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Prof. Dr. Henriette Neumeyer.

Eine Kernherausforderung ist den Ergebnissen der Umfrage zufolge die Praxistauglichkeit der Lösungen. So fehlen häufig notwendige Funktionen zur Umsetzung von Upload-Automatismen, was dazu führt, dass Dokumente nur händisch hochgeladen werden können.

Zu komplex

Die Umfrage unterstreicht dabei vor allem eins: Die IT-Landschaften in den Kliniken sind komplex – vielleicht zu komplex. Denn gerade rechtliche Anforderungen wie der Patientenwiderspruch gegen die ePA oder auch der Schutz sensibler Daten technisch sauber umzusetzen, ist für viele Häuser laut Umfrage eine große Herausforderung.

Auch deshalb gehen aktuell 43 Prozent der befragten Häuser davon aus, dass eine krankenhausweite Nutzung der ePA erst ab dem dritten Quartal 2026 möglich sein wird, was Neumeyer verteidigt: „Die Einführung der ePA im Krankenhaus ist ein echtes Transformationsprojekt, im Rahmen dessen viele prozessuale und organisatorische Anpassungen vorgenommen werden müssen. Die Krankenhäuser können nicht einfach einen Schalter umlegen, und dann funktioniert es.“ Sie fordert nun mehr Zeit für die Krankenhäuser und mahnt, dass künftige Umsetzungsfristen die technische Komplexität stärker berücksichtigen müssten. So könnten unrealistische Erwartungen vermieden und die Akzeptanz der ePA erhöht werden, sagt Neumeyer auch im Hinblick auf die nächsten Ausbaustufen der ePA in den kommenden Jahren.

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