Digitalisierung verändert Arzt-Patienten-Beziehung

von | Sep. 12, 2024

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Der aktuelle Digital Health Report von Doctolib zeigt: Die Digitalisierung hat die Arzt-Patienten-Beziehung grundlegend verändert. Gemeinsame Verantwortung gewünscht

 

Wie verändert die Digitalisierung den Arztberuf und welche Vorstellungen und Bedürfnisse haben Patienten im digitalen Gesundheitszeitalter? Diesen Fragen geht der aktuelle Doctolib Digital Health Report nach. Und eine der zentralen Erkenntnisse lautet: Die Digitalisierung hat die Arzt-Patienten-Beziehung grundlegend verändert. Knapp die Hälfte der Mediziner berichtet, dass Patienten durchaus ihre Diagnosen hinterfragen (40 Prozent), was wiederum mehr als ein Viertel der befragten Patienten bestätigt zu tun.

Das mag auch daran liegen, dass mittlerweile deutlich mehr Patienten eine gemeinsame Verantwortung im Gesundheitswesen wünschen. Das heißt übersetzt etwa mehr Mitsprache bei der Übermittlung medizinischer Unterlagen (72 Prozent), bei der Terminverwaltung (67 Prozent), bei der Gesundheitsvor- (69 Prozent oder -nachsorge (66 Prozent). Das trifft auch bei den befragten Medizinern auf Zustimmung, die beispielsweise ein höheres Maß an Patientenverantwortung im Präventionsmanagement (77 Prozent) oder der Behandlungsnachsorge (75 Prozent) befürworten.

„Die Digitalisierung im Gesundheitswesen bietet sowohl für Patienten als auch für Ärzte enorme Chancen – darunter bessere Kommunikation, effizientere Prozesse und eine optimierte Patientenversorgung“, ist Nikolay Kolev, Geschäftsführer von Doctolib Deutschland und Mitglied des globalen Vorstands überzeugt. Ebenso sei angesichts einer alternden Bevölkerung die Integration digitaler Technologien und Künstlicher Intelligenz unverzichtbar, um künftige Herausforderungen zu meistern.

Digitalisierungsgrad könnte besser sein

Die Umfrage unterstreicht allerdings auch, dass dafür die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen deutlich schneller voranschreiten müsste. Das bestätigten 75 Prozent der Mediziner und 52 Prozent der Patienten, für die die Digitalisierung bisher hinterherhinkt. Nur drei Prozent der Patienten halten das Gesundheitssystem aktuell für gut aufgestellt. 2022 waren es noch acht Prozent. Unter den Mediziner sind es wenig überraschend die jüngeren, die deutlich optimistischer auf die Digitalisierung blicken und mehr Vorteile wie eine verbesserte Kommunikation oder neue Therapieoptionen sehen.

Insgesamt steht knapp die Hälfte der Ärzte KI-gestützten Anwendungen offen gegenüber. Die jüngere Ärztegeneration ist darüber hinaus deutlich aufgeschlossener gegenüber der Nutzung von KI im Praxisalltag als ihre erfahreneren Kollegen (62 versus 44 Prozent). Trotz des Potenzials digitaler Anwendungen, wie digitale Befundübermittlung und Online-Terminvergabe, bleibt die tatsächliche Nutzung derzeit noch hinter den Erwartungen zurück.

Medizinern fehlen Managementskills

Und dann wurden in der Umfrage auch noch die Managementfähigkeiten der Mediziner abgefragt. Und hier zeigt sich ein Defizit. Lediglich sieben Prozent der befragten Ärzte fühlt sich ausreichend auf das Praxismanagement und auch nur acht Prozent auf die Digitalisierung vorbereitet. Etwas besser sieht es bei der jüngeren Generation aus. Unter den Mediziner mit bis zu zehn Jahren Berufserfahrung sagen immerhin 20 Prozent, sie seien mit Inhalten wie der Digitalisierung und Verwaltung vertraut.

Weniger gut werden die eigenen Fähigkeiten in puncto Mitarbeiterführung eingeschätzt – und das altersübergreifend. Insgesamt sieben und elf Prozent der jüngeren Generation fühlen sich in dieser Hinsicht gut informiert und damit vorbereitet.

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