Digitale Vorsorgelösungen werden angenommen

von | Dez. 19, 2024

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Gerade Männer nutzen digital Vorsorgelösungen ohne Arztbesucht, resümiert die Krankenkasse BIG nach einem Jahr Kooperation mit DasLab.

 

Früherkennung ohne Arztbesuch funktioniert, bestätigt die Krankenkasse BIG nach einem Jahr Kooperation mit der digitalen Laborplattform DasLab. Insbesondere Männer, die Vorsorge und Früherkennung sonst eher skeptisch gegenüberstehen, sind mit einem niederschwelligen Angebot für eine Teilnahme zu gewinnen. Aufgrund dieser positiven Erfahrungen will die Krankenkasse künftig verstärkt auf niederschwellige Angebote setzen.

Gestartet ist man zunächst mit Stuhltest zur Darmkrebsfrüherkennung – eine tükische Erkrankung, da sie relativ spät Symptome verursacht. „Früherkennung und Vorsorge sind damit der Schlüssel für gute Heilungsaussichten und weniger Todesfälle“, so Julia Herold, aus dem Versorgungsmanagement der BIG.

Angebot kommt an

Bisher haben mehr als 5.000 Versicherte der BIG das Früherkennungsangebot der digitalen Laborplattform DasLab genutzt, davon waren 52 Prozent Männer. Die Positivrate der ausgewerteten Proben liegt seit Projektstart im Dezember 2023 bei 9,25 Prozent. Das heißt, es wurde bei den Teilnehmenden Blut im Stuhl entdeckt. Das bedeutet noch nicht, dass eine Krebserkrankung vorliegt, eine Darmspiegelung zur Abklärung wird jedoch dringend empfohlen.

Die Heimtests seien damit eine sinnvolle Ergänzung zur Regelversorgung, sagt Julia Herold, die das Projekt für die BIG betreut: „Der Heimtest entlastet die angespannte Situation in den Arztpraxen, die sich auf andere Aufgaben konzentrieren können.“

40 Prozent Erstnutzende

Um den Projekterfolg zusätzlich zu evaluieren, hat die BIG eine Versichertenbefragung mit rund 3.500 Versicherten durchgeführt, von denen sich ein Viertel an der Umfrage beteiligt haben. Demnach haben 40 Prozent zum ersten Mal einen Stuhltest durchgeführt. 81 Prozent können sich vorstellen, dass Vorsorgetests für zuhause in Zukunft stark an Bedeutung gewinnen. 84 Prozent nutzten das Angebot, weil es ihnen die Möglichkeit gab, die Früherkennung ohne Arztbesuch nutzen zu können. Und 99 Prozent der Befragten fanden den Bestellprozess sehr einfach oder einfach.

Außerdem spannend: Elf Prozent gehören zu der Gruppe der 35- bis 49-jährigen gehören zu der Gruppe mit Risikofaktoren, die keinen Anspruch auf eine reguläre Darmkrebsfrüherkennung haben. Denn regulär wird die erst ab 50 Jahren angeboten. Das digitale Angebot kann jedoch ab 35 Jahren genutzt werden, wenn es im unmittelbaren Umfeld entsprechende Risikofaktoren gibt.

Niedrige Teilnahmerate in der Regelversorgung

„Die Ergebnisse zeigen, dass das niedrigschwellige Angebot von den Versicherten akzeptiert und gut angenommen wird. Die Befragten schätzen die Möglichkeit der Früherkennung ohne Arztbesuch“, fasst Herold zusammen. Und genau das sei das Ziel gewesen: mehr Versicherte, die das Früherkennungsangebot nutzen. „Außerdem erreichen wir mit dem Stuhltest für zuhause offenbar auch mehr Männer, die als Vorsorgemuffel gelten. Generell nutzen in der Regelversorgung bei der BIG weniger als 20 Prozent der Versicherten, die einen Anspruch auf die Untersuchung haben, das Angebot“.

Die Ergebnisse der einjährigen Pilotphase sowie der Versichertenbefragung seien so überzeugend, dass die BIG das Angebot nicht nur weiterhin anbieten, sondern weiter ausbauen will. „Der Erfolg des Darmkrebsfrüherkennungsprogramms für zuhause ist für uns ein Ansporn, unseren Versicherten weitere ähnlich niederschwellige Angebote zur Früherkennung zu machen. Wir sind in die Planungen bereits eingestiegen“, sagt Herold.

Die Kooperation mit der digitalen Laborinfrastruktur- und Interoperabilitätsplattform DasLab kam durch den Healthy Hub Wettbewerb 2022 zustande, den DasLab gewann. Der Healthy Hub hat das Ziel, die Digitalisierung des Gesundheitswesens voranzutreiben und innovative Lösungen für eine bessere integrierte Versorgung zu ermöglichen. An der Umsetzung und Einführung von DasLab war auch die SBK Siemens-Betriebskrankenkasse beteiligt.

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