Digitale Packungsbeilage: Zusammenschluss will Weg ebnen

by | Jan 30, 2024

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Viele Vorteile und eine bessere Umweltbilanz – der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie untermauert mit neuer Studie die Bedeutung digitaler Gebrauchsinformationen.

 

„Lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.“ Vielleicht muss dieser berühmte Satz bald um ein „auch digital“ ergänzt werden. Denn mittlerweile können nicht nur Ärzte per Videosprechstunde konsultiert werden, auch die Packungsbeilage gibt es in digitaler Form. Und das habe immense Vorteile, attestiert nun der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI). Hierfür wurde vom Verband und anderen Herstellerverbänden beim Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik IML sowie beim unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitut für Infrastruktur- und Gesundheitsfragen IGES eigens eine Studie in Auftrag gegeben.

„Eine einzelne Packungsbeilage wiegt vier Gramm und verursacht sieben Gramm Kohlendioxid-Äquivalente”, zitiert Dr. Boris Thurisch, Geschäftsführer Safety Affairs und Geschäftsfeldleiter Umwelt und Nachhaltigkeit beim Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) e.V., aus der Studie. „Im Jahr 2022 wurden in Deutschland mehr als 1,5 Milliarden Packungsbeilagen produziert, was hochgerechnet 10.500 Tonnen CO2-Äquivalenten entspricht. Durch die Digitalisierung der Packungsbeilage ließen sich 90 Prozent davon einsparen, so das Ergebnis der Untersuchung.“

Industrie und EU setzen Standards

Weitere Vorteiler eines digitalen Beipackzettels: Er ist immer aktuell, jederzeit verfügbar, kann bei Lieferengpässen leicht ausgetauscht und in mehreren Sprachen vorgehalten werden und auch die Schriftgröße lässt sich anpassen. Auch deshalb treibt ein Zusammenschluss von Industrie, Zulassungsbehörden, Verbänden und Patientenvertretungen das Projekt GI 4.0 voran. Dort werden bereits digitale Gebrauchsinformationen kostenlos und werbefrei zur Verfügung gestellt – „natürlich behördlich geprüft“, wie Thurisch betont.

Auf EU-Ebene wurden mit der ePI – electronic product information – ebenfalls schon einheitliche Standards entwickelt. Federführend ist hier die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA. Patientinnen und Patienten sollen aber vorerst das Recht auf eine Papierversion behalten, denn die elektronische Packungsbeilage ist nach aktueller Gesetzeslage nur zusätzlich erlaubt.

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