Digital Radar: Es geht voran

von | Juni 18, 2026

Anhoren

Teilen

 

Die Digitalisierung in deutschen Krankenhäusern hat sich deutlich weiterentwickelt, zeigen nun erste Ergebnisse der dritten Erhebung des Digital Radars.

 

 

Von durchschnittlich 33,3 Punkte 2021 auf nunmehr 55,0 Punkt in der dritten Erhebung des Digital Radars – das ist ein deutlicher Anstieg von 65 Prozent, auch wenn es bis zu den maximal zu erreichenden 100 Punkten noch ein Weg ist. Auch gegenüber der zweiten Erhebung (42,4 Punkte) ist der Score nochmals deutlich um weitere 12,6 Punkte beziehungsweise um 29,7 Prozent gestiegen, was zeigt, dass es sich um eine kontinuierliche Weiterentwicklung handelt. Die Ergebnisse verdeutlichen einerseits, dass die Investitionen und Anstrengungen der vergangenen Jahre messbare Wirkung entfalten, heißt es von den Organisationen hinter dem Digital Radar. Gleichzeitig bleiben strukturelle Unterschiede zwischen Krankenhäusern sichtbar. Insgesamt nahmen 1.531 Krankenhäuser an der dritten Erhebung teil. Die große Zahl erneut teilnehmender Krankenhäuser ermöglicht eine belastbare Betrachtung von Entwicklungen über die Zeit.

„Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass die Digitalisierung der Krankenhauslandschaft vorangekommen ist. Gleichzeitig sehen wir, dass digitale Transformation kein Selbstläufer ist und weiterhin gezielte Unterstützung sowie langfristige Investitionen erforderlich bleiben“, erklärt Prof. Dr. Volker Amelung, Konsortialsprecher des DigitalRadar und Geschäftsführer des INAV – Institut für angewandte Versorgungsforschung.

Digitalisierung verbessert sich unterschiedlich schnell

Was außerdem positiv auffällt: Über sämtliche Dimensionen hinweg zeigen sich Fortschritte. Besonders deutlich fallen die Verbesserungen in den Bereichen Strukturen und Systeme, Informationsaustausch und klinische Prozesse aus. Die Entwicklung bleibt zwischen einzelnen Themenfeldern jedoch unterschiedlich ausgeprägt. Die Auswertung der Subdimensionen zeigt, dass insbesondere organisatorische und infrastrukturelle Voraussetzungen für Digitalisierung inzwischen deutlich stärker ausgeprägt sind. Gleichzeitig bestehen weiterhin Herausforderungen bei der breiten Nutzung digitaler Anwendungen und deren Integration in den klinischen Alltag.

„Die Ergebnisse zeigen nicht nur Fortschritte beim Ausbau digitaler Strukturen, sondern machen auch deutlich, dass die Nutzung und Verankerung digitaler Lösungen zunehmend in den Fokus rücken muss“, sagt Ronan O‘Connor, Vice President und Geschäftsführer (EMEA) bei HIMSS.

Kleiner Häuser steigern ihren Reifegrad

Und es sind nicht nur die Großen, die in puncto digitaler Reife voranschreiten. Besonders kleinere Krankenhäuser konnten ihren digitalen Reifegrad weiter steigern und zu größeren Einrichtungen aufschließen. Die Ergebnisse deuten damit darauf hin, dass sich bestehende Unterschiede im digitalen Reifegrad tendenziell verringern und die Impulse des Krankenhauszukunftsgesetzes in der Breite des Versorgungssystems wirken. Auch auf Ebene der Bundesländer zeigt sich eine insgesamt positive Entwicklung: In allen Ländern konnten Verbesserungen gegenüber der vorherigen Erhebung festgestellt werden.

„Die dritte Digital-Radar-Messung zeigt, dass die Digitalisierung der deutschen Krankenhäuser deutlich vorangekommen ist. Besonders erfreulich ist, dass Fortschritte über alle Versorgungsstufen hinweg sichtbar werden und die Digitalisierung zunehmend in der Breite wirkt. Das ist ein starkes Signal dafür, dass das Krankenhauszukunftsgesetz und die gemeinsamen Anstrengungen von Bund, Ländern und Krankenhäusern Wirkung entfalten“, sagt Thomas Renner, Unterabteilungsleiter für Neue Technologien, Daten und Forschung im Bundesministerium für Gesundheit.

Der finale Abschlussbericht mit weiterführenden Analysen und vertiefenden Auswertungen wird zum Ende des Jahres veröffentlicht.

Das könnte Sie auch interessieren