Digital Health VC-Report: Zeichen und Wunder

von | Mai 13, 2025

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Sowohl beim Volumen als auch bei der individuellen Dealgröße legen deutsche und europäische Startups deutlich zu. Das zeigt der aktuell Digital Health VC-Report für das erste Quartal 2025 der Strategieberatung Pulsewave.

 

All eyes on Germany? Das zumindest legt der aktuelle Digital Health VC-Report nahe, den die Strategieberatung Pulsewave Digital heute veröffentlicht. Nachdem gerade die durchschnittliche Dealgröße im vergangenen Jahr in Deutschland unterdurchschnittlich ausfiel, gibt es hier im ersten Quartal 2025 offensichtliche eine radikale Umkehr. Mit gerade einmal 18 offiziell bekanntgegebenen VC-Runden sammeln deutsche Digital Health Startups insgesamt ein Finanzierungsvolumen von 380 Millionen US-Dollar ein. Und dabei sticht vor allem die durchschnittliche Dealgröße mit 31,7 Millionen US-Dollar hervor – mehr als in Europa mit durchschnittlich 20,7 Millionen US-Dollar und sogar mehr als in den USA mit 24,4 Millionen US-Dollar.

Allerdings muss man eine allzu überschwängliche Euphorie auch etwas bremsen. Denn Ausreißer wie die KI-gestützte Wissensplattform für Mediziner Amboss – deren Venture Round lag bei 259 Millionen Euro – oder die Serie-B-Runde des Gesundheits-Fintech Nelly Solutions heben den Schnitt natürlich deutlich.

Allerdings sagt auch Pulsewave-Gründerin Luisa Wasilewski klar: „Das Funding im ersten Quartal 2025, haben wir in dieser Größenordnung seit Jahren nicht gesehen.“ Um von einer Trendwende zu sprechen, ist es natürlich noch zu früh, doch auch Wasilewski sieht, dass sich das Investmentklima spürbar erholt – und zwar nicht nur bei den etablierten Player. „Auch Unternehmen in frühen Phasen sehen wieder Runden über der Eine-Million-Grenze.“ Und die VC-Expertin weist darauf hin, dass aktuell ein spezialisierter Fonds nach dem anderen eröffnet. „Das alles zeigt in jedem Fall, dass uns im positiven Sinne spannende Zeiten bevorstehen.“

Europa: Highlights in Schweden und Irland

Amboss hat im ersten Quartal des Jahres das größte Ticket allerdings knapp verfehlt. Das ging mit 260 Millionen US-Dollar an das auf Prävention fokussierte schwedische Startup Neko Health. Darüber hinaus gab es jedoch auch in anderen Teilen Europas Deals jenseits der 100-Millionen-Marke, was auch hier die im Vergleich zum Gesamtjahr 2024 deutlich gestiegene Ticketgröße erklärt. Zu nennen sind  sicherlich die 150 Million US-Dollar, die der britische „digital first“ Pflegedienstleister Cera eingesammelt hat. 120 Millionen US-Dollar gingen nach Irland, konkret an den Spezialisten für Fernüberwachung Fire1.

Für die Pulsewave-Experten unterstreichen diese Transaktionen, dass sich der europäische Digital Health Markt nach über fünf Jahren mit schwierigem Fundingklima nun wieder erholt. „Amboss konnte vor dem Closing beispielsweise ein Break-Even erreichen“, betont Wasilewski.

Ein zusätzliches Indiz für den Finanzierungsaufschwung: Im ersten Quartal 2025 gab es zahlreiche Seed-Runden – etwa bei Prosoma, Elea oder Hema.to – die bereits Investorengelder jenseits der Eine-Million-Dollar-Marke einsammeln konnten.

KI-Trend bleibt

Was indes bleibt, ist der starke Fokus der Investoren auf Künstliche Intelligenz. Vor allem im Einsatz innerhalb der medizinischen Bildgebung und der Datenanalyse ist die KI ein regelrechter Magnet für Venture Capital. Startups wie Floy aus Deutschland, Quibim aus Spanien – hier gab es 50 Millionen in einer Serie-A-Runde – oder Brainomix aus Großbritannien stehen stellvertretend für diesen Trend. Aber auch Lösungen für digitale Therapien oder die Fernüberwachung von Patienten sammeln zunehmend Kapital ein. Für die Autoren des Reports zeigt sich zudem der klare Trend, dass in Deutschland entwickelte Lösungen nach Europa und in die USA expandieren – ausgehend vom DiGA Geschäftsmodell.

Dass es im laufenden Jahr so positiv weitergehen könnte, unterstreichen laut Pulsewave die starken Signale auf Investorenseite. Fünf Venture Capital Unternehmen launchen derzeit neue Fonds, die sich vollständig oder zumindest teilweise auf die Finanzierung von Healthcare-Startups fokussieren. Ansätze dieses Trends konnten bereits aus dem Digital Health VC-Report für das Gesamtjahr 2024 abgelesen werden. Nun scheint sich diese Tendenz zu verfestigen. „Die neuen Fonds, die nun in den Startlöchern stehen, könnten die Finanzierung von Startups aus dem europäischen Raum in den kommenden zwei bis fünf Jahren nachhaltig prägen“, schließt die Pulsewave-Gründerin ab.

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