Digital Health: kaum Musik bei VC-Deals

by | Jul 3, 2024

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VC-Deals bleiben weltweit auch im ersten Quartal des Jahres unverändert – stabil aber nicht spektakulär. Das zeigt nun der vierteljährliche Report des US-Datenanbieters Pitchbook.

 

1,1 Milliarden US-Dollar verteilt auf 77 VC-Deals – das ist die Bilanz, die Datenanbieter Pitchbook in seinem Digital Health Report für das erste Quartal das Jahres zieht. Damit trete der Markt weiterhin auf der Stelle, da die VC-Aktivitäten in etwa dem der vorangegangenen drei Quartale entsprechen. Zwar seien die 1,1 Milliarden US-Dollar ein Wachstum von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal, gegenüber dem Vorjahr sind die Aktivitäten nach Volumen allerdings um knapp 27 Prozent zurückgegangen. Mit Blick auf die Anzahl der Deals ist es ein Wachstum von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal und ein Rückgang von knapp zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Angeführt wurden die Finanzierungen von der Serie-D-Runde des US-Telemedizinanbieters Transcarents in Höhe von 126 Millionen US-Dollar sowie der Spätphasenrunde von US-Digital-Care-Anbieter Rightway in Höhe von 108,8 Millionen US-Dollar. Diese beiden Abschlüsse waren die einzigen Finanzierungsrunden im Bereich der digitalen Gesundheitsversorgung, die im ersten Quartal die 100-Millionen-Grenzen überschritten haben.

Die in New-Hampshire ansässige Alumni Ventures war im ersten Quartal mit vier Deals der aktivste VC-Investor im Bereich der digitalen Gesundheit, gefolgt von Connecticut Innovations mit drei Deals. Allerdings setzte sich laut Pitchbook auch „die Dürre“ bei den VC-Exits im ersten Quartal mit nur wenigen nennenswerten Verkäufen weiter fort. Einzige Ausnahme sei die Übernahme der digitalen Pflegeplattform Twill durch die an der Nasdaq gelistete Dario Health gewesen, einem Plattformanbieter für das Management chronischer Krankheiten.

Bei dieser Art Transaktionen, bei denen eine Digital-First-Plattform komplementäre Vermögenswerte erwirbt, um ein konsolidiertes Angebot aufzubauen, sehen die Analysten von Pitchbook künftig auch das größte Potenzial. Zudem gehen sie davon aus, dass die anhaltenden Schwierigkeiten bei der Kostenerstattung für digitale Therapeutika die Konsolidierung im Bereich der digitalen Gesundheit vorantreiben werden.

Einen Rückzieher musste Pitchbook allerdings bei der Prognose für IPOs machen. Noch zu Jahresbeginn war man davon ausgegangen, dass in diesem Jahr mehrere Börsengänge von Digital Health Unternehmen bevorstehen könnten. Nun gehen die Analysten jedoch davon aus, dass vor allem die höherwertigen Startups bis 2025 warten. Schließlich seien vor allem dort die Bilanzen ausreichend stark. Die ersten Schritte auf dem Börsenparkett würden sie deshalb jenen Firmen überlassen, die mehr Druck hätten.

Wobei die Märkte gar nicht so unfreundlich sind, wie das IT-Unternehmen Waystar – ein Zahlungsdienstleiter im Gesundheitswesen – zeigt, das am 7. Juni mit einer Bewertung von 3,5 Milliarden US-Dollar sein Börsendebüt feierte. Damit lag die Bewertung deutlich über den 2,7 Milliarden US-Dollar, die die Private-Equity-Firmen CPP Investments, EQT und Ergo Partners im September 2019 gezahlt hatten.

Am 14. Juni ging zudem Tempus AI, ein Anbieter von Präzisionsmedizin, an die Börse und testete damit den Appetit der Investoren auf unrentable Geschäftsmodelle im Gesundheitsbereich. Tempus nahm beim Börsengang 410,7 Millionen US-Dollar bei einer impliziten Bewertung von 6,1 Milliarden US-Dollar ein und lag damit am oberen Ende der erwarteten Preisspanne.

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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