Dienstleister im Visier: Erneuter Cyberangriff im Gesundheitswesen

von | Mai 22, 2026

Anhoren

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Erneuter Cyberangriff auf einen externen Abrechnungsdienstleister im Gesundheitswesen. Patienten mehrerer deutscher Universitätsklinika sind betroffen.

 

 

Und wieder schlagen Cyberkriminelle im Gesundheitswesen zu. Und wieder passiert es über einen externen Abrechnungsdienstleister. Erst vor zwei Tagen hat diese Redaktion über den Cyberangriff auf den Hannoveraner Verein „Arbeitsgemeinschaft Wirtschaftlichkeitsprüfung Niedersachsen“ berichtet und angemerkt, welche Strategie dahinterstecken muss, wenn eine international tätige Ransomware-Bande derart kleine, aber eben feine Schnittstellen im Gesundheitswesen angreift.

Nun wird bekannt, dass es bereits Mitte April einen Datenschutzvorfall bei einem externen Dienstleister gab, der für zahlreiche Kliniken in Deutschland die Abrechnung wahlärztlicher Leistungen übernimmt. Sowohl die Uniklinik Freiburg als auch die Uniklinik Ulm berichten, dass auch Daten von dort behandelten Patientinnen und Patienten betroffen sein. Da sich der Angriff jedoch ausschließlich auf den Dienstleister konzentrierte, seien klinische Systeme zu keinem Zeitpunkt betroffen oder beeinträchtigt gewesen. Die Wortwahl beider Mitteilungen ist nahezu identisch, der Name des Dienstleisters wird nicht genannt, was darauf hindeutet, dass es Beratung im Fall gibt und die externe Kommunikation möglichst konzertiert wirken soll.

Stamm- und Abrechnungsdaten abgegriffen

Aus Ulm wird berichtet, dass nach aktuellem Kenntnisstand rund 1.600 Stammdaten wie Name, Geburtsdatum und Adresse von Patientinnen und Patienten mit privater (Zusatz)Versicherung oder von Selbstzahlern gestohlen wurden. In etwa 300 Fällen wurden zudem rechnungsrelevante Daten entwendet, woraus Informationen zu Diagnose und Behandlungsart hervorgehen können. Deutlich stärker sind Freiburger Patientinnen und Patienten betroffen: Dort wurden in rund 54.000 Fällen Stammdaten, in runds 900 Fällen Abrechnungsdaten entwendet.

An die Betroffenen adressiert sagt der Leitender Ärztliche Direktor des Universitätsklinikum Freiburg Prof. Dr. Frederik Wenz: „Wir nehmen diesen Vorfall sehr ernst und fordern vom Dienstleister lückenlose Aufklärung. Parallel prüfen wir rechtliche Schritte.“ Das ist exakt das Statement, das auch von seinem Amtskollegen aus Ulm, Prof. Dr. Udo X. Kaisers, kommt.

Ausmaß erst jetzt bekannt 

Dass die beiden Universitätskliniken erst jetzt zu dem Vorfall Stellung nehmen, der sich bereits Mitte April ereignete, liegt nach eigenen Angaben daran, dass das genaue Ausmaß der abgeflossenen Daten erst diese Woche übermittelt worden sei. Sowohl in Ulm als auch in Freiburg betont man jedoch, dass die Datenübermittlung an den Dienstleister unmittelbar nach Bekanntwerden ausgesetzt wurde.

Nun werde man beginnen, die betroffenen Patientinnen und Patienten schriftlich zu Informieren. Anlaufstellen seien eingerichtet. Die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) seien ebenfalls unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls in Kenntnis gesetzt worden.

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