Die deutschen Unikliniken und ihre Microsoft-Lizenzen

by | Feb 5, 2024

Anhoren

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Kultusministerkonferenz macht sich für Status der Unikliniken als „akademische Nutzer“ bei Microsoft Deutschland stark.

 

Es geht um eine große Summe Geld. Auch deshalb haben alle 16 zuständigen Minister der Kulturministerkonferenz ein Schreiben an Microsoft Deutschland unterzeichnet, das der Redaktion der HealthCareTimes vorliegt. Ihr dringender Appell an die dortige Geschäftsführung: Bitte führt die deutschen Unikliniken auch weiterhin als „akademische Nutzer“. Denn das bedeutet Vergünstigungen bei den Lizenzen, die fest in den Budgets der Unikliniken eingeplant sind. Würden künftig die vollen Lizenzgebühren fällig, würde sich das empfindlich auf die Budgets auswirken. Wirklich Stellung will offiziell niemand beziehen, aber unter der Hand heißt es, dass es die eine oder andere Uniklinik in gefährliche Schieflage bringen könnte.

Microsoft hatte den Universitätskliniken über ihren Verband VUD eine Frist bis zum 31. Januar zur Statusabfrage gesetzt. Über einen Fragebogen sollten die Kliniken mitteilen, ob sie auch weiterhin eine Bezugsberechtigung für eine akademische Nutzung ihrer Lizenzprodukte erhalten. „Fristwahrend antworten wir, die Wissenschaftsministerinnen und Minister, -staatsministerinnen und -staatsminister, -senatorinnen und -senatoren aller Länder für die deutschen Universitätsklinika, dass die Universitätsklinika dem akademischen Sektor zuzuordnen sind“, heißt es in dem Schreiben, in dem vor allem unterstrichen wird, dass die Unterzeichner auch für die in Schulen eingesetzte Hard- und Software verantwortlich sind. Außerdem wird um eine nochmalige Überprüfung der Zuordnung gebeten, was eine gewisse Dringlichkeit vermuten lässt.

Auf Nachfrage der HealthCareTimes bestätigte ein Sprecher von Microsoft Deutschland, dass man seit vielen Jahren Bildungseinrichtungen, die in Forschung und Lehre tätig sind, Mircosoft-Produkte vergünstigt über das „Academic“ Lizenzprogramm anbietet. Hier würden für alle Kunden in Europa die gleichen Berechtigungskriterien gelten. Und die sind öffentlich zugänglich. Konkret heißt es dort, dass sich Krankenhäuser, Systeme des Gesundheitswesens und Forschungslabore nur dann zum Kauf von Academic Edition-Produktlizenzen qualifizieren können, wenn sie vollständig Eigentum einer Bildungseinrichtung oder eines Verwaltungsbüros einer Bildungseinrichtung sind und von diesen betrieben werden. Auch der Begriff „vollständig“ wird in diesem Kontext wird näher und klar definiert. Dass dies nicht auf alle Universitätskliniken in Deutschland zutrifft – die Universitätskliniken Gießen und Marburg mit privaten Mehrheitseignern seien hier einmal stellvertretend genannt – lässt sich indes leicht recherchieren.

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