Mehr als ein Viertel der Mediziner in Deutschland ist zugewandert. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. will die Zeit im Anerkennungsverfahren für Fortbildungen nutzen.
Ausländische Mediziner müssen in Deutschland ein oft langwieriges Anerkennungsverfahren durchlaufen, bevor sie hier ärztlich tätig werden dürfen. Gleichzeitig werden die Mediziner im deutschen Gesundheitswesen dringend benötigt. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) möchte diese Anerkennungszeit künftig zielführend nutzen. Medizinerinnen und Mediziner, die perspektivisch internistisch tätig werden wollen, sollen bereits während des Verfahrens Zugang zu ausgewählten Fortbildungsangeboten der Fachgesellschaft erhalten.
Vor allem aus Nicht-EU-Staaten wandern viele Ärztinnen und Ärzte nach Deutschland ein. Sie müssen neben Sprachkenntnissen auch die Gleichwertigkeit des Studienabschlusses nachweisen und gegebenenfalls eine Kenntnisprüfung abgelegen. Im Gegensatz zu Abschlüssen aus der EU, dem Europäischen Wirtschaftsraum oder der Schweiz kann dies bei Abschlüssen aus Drittstaaten viele Monate dauern. „Für diese Ärztinnen und Ärzte vergeht zwischen ihrer Ankunft in Deutschland und dem Berufseinstieg wertvolle Zeit“, sagt Ourania Menelaou, Geschäftsführerin der DGIM. „Diese Phase sollte nicht zu einer fachlichen Warteschleife werden. Daher schaffen wir ein neues Angebot für Ärztinnen und Ärzte, die sich noch im Ausland befinden und eine Zuwanderung nach Deutschland planen oder bereits das Anerkennungsverfahren durchlaufen. Wer anschließend hierzulande internistisch arbeiten möchte, soll so frühzeitig beim fachlichen Einstieg unterstützt werden.“
Breites DGIM-Angebot über Gastzugang
Die DGIM öffnet dafür ausgewählte Fortbildungsangebote aus dem Bereich der Inneren Medizin und stellt ihnen dafür einen kostenfreien Gastzugang zur Verfügung. Dieser umfasst das gesamte Angebot der DGIM e.Akademie mit dem Facharzttraining Innere Medizin, Diagnostikkursen und Webinaren. Darüber hinaus ermöglicht der Gastzugang die digitale oder persönliche Teilnahme am Internistenkongress sowie den elektronischen Zugang zur Fachzeitschrift Die Innere Medizin. „So wollen wir als Fachgesellschaft insbesondere während des behördlichen Anerkennungsverfahrens sowohl die Fortbildung in der Inneren Medizin als auch den Kontakt zur internistischen Fachwelt ermöglichen”, erklärt Menelaou. Das unterstützt auch die DGIM Vorsitzende Prof. Dr. med. Ursula Müller-Werdan: „Die Unterstützung der ärztlichen Fort- und Weiterbildung in der Inneren Medizin gehört zu den wesentlichen Anliegen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin. Dazu setzen wir auf didaktisch aufbereitete Formate, die den aktuellen Kenntnisstand ärztlichen Handelns auf Grundlage wissenschaftlicher Evidenz konzise vermitteln.”
„Ausländische Ärztinnen und Ärzte sind für die medizinische Versorgung in Deutschland unverzichtbar“, sagt Professor Dr. med. Georg Ertl, Generalsekretär der DGIM. „Entscheidend ist, dass ihre bereits vorhandenen Kompetenzen möglichst früh für die Versorgung von Patientinnen und Patienten genutzt werden können – bei unverändert hohen Anforderungen an Qualifikation und Sprachkenntnisse.“



