Deutschland führend in der Krebsbekämpfung

by | Feb 2, 2024

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Die Zahl der Innovationen in der Krebsbekämpfung ist seit 2015 um mehr als 70 Prozent gestiegen. Deutschland auf Spitzenposition bei Patenten.

 

Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar hat das Europäische Patentamt die Erfindungen zur Krebsbekämpfung der letzten Jahrzehnte analysiert. Die Studie zeigt: Zwischen 2015 und 2021 gab es rund 70 Prozent mehr Patentanmeldungen. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 9,34 Prozent. Insgesamt wurden 140.000 Erfindungen zur Bekämpfung von Krebs in den letzten 50 Jahren entwickelt worden. 2021 lag die Zahl der internationalen Patentfamilien (IPF) bei über 13.000.

Der größte Teil dieser Innovationen kommt nach wie vor aus den USA. Dort lag die Zahl der IPF zwischen 2002 und 2021 bei fast 50 Prozent. Die EU-27 kommen zusammen auf 18 Prozent, Japan liegt mit neun Prozent auf Platz drei. Innerhalb der EU liegt Deutschland nach wie vor vorne. Auf die Bundesrepublik entfallen fast ein Viertel (23 Prozent) der in Europa ansässigen Patentanmelder und mehr als 9.000 internationale Patentfamilien auf diesem Gebiet zwischen 2002 und 2021. Aber auch Großbritannien, Frankreich, die Schweiz und die Niederlande holen schnell auf, heißt es in der Studie.

Öffentliche Forschungseinrichtungen als wichtige Stütze

Interessant ist, dass die meisten Innovationen nach wie vor aus Hochschulen und öffentlichen Forschungseinrichtungen kommen. Fast jede dritte IPF zwischen 2002 und 2021 entfiel auf solche Einrichtungen. Wobei auch forschende Phamaunternehmen durchaus aktiv waren. Auf der Liste der zehn weltweit führenden Unternehmen, die zwischen 2002 und 2021 Patente angemeldet haben, stehen sechs europäische und vier amerikanischen Unternehmen – darunter mit Bayer und Siemens auch zwei deutsche Namen.

Roche führt die Liste der Patentanmeldungen an, gefolgt von Novartis und Philips. Johnson & Johnson und Pfizer folgen auf den Plätzen vier und fünf. Bayer und Siemens belegen Platz sechs und sieben mit jeweils knapp 1.500 Patentanmeldungen. Interessant ist hier der Blick, wo die Patente angemeldet wurden. Bayer hat einen klaren Fokus auf die EU mit 83 Prozent der Patentanmeldungen. Nur 16 Prozent wurden für die USA ermittelt. Der Schwerpunkt von Siemens liegt mit 66 Prozent ebenfalls auf der EU, der US-Anteil ist mit 34 Prozent jedoch deutlich höher.

Die Anleger von Bayer dürften die positiven Zahlen aus der Studie freuen. Denn die Aktie war zuletzt nach einem kostspieligen Glyphosat-Urteil in den USA unter Druck geraten. Die Pharmasparte hat das Unternehmen groß gemacht und hier ist Bayer nach wie vor Innovationstreiber. Es bleibt abzuwarten, ob sich dadurch auch der Aktienkurs wieder stabilisiert.

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