Deutschland spitze bei Telemedizin

by | Oct 15, 2023

Anhoren

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Im SOTI-Marktbericht zum weltweiten Stand digitaler Technologien im Gesundheitswesen schneidet Deutschland allem bei Fern- und Telemedizin überdurchschnittlich ab, hat aber Probleme mit Legacy-Systemen.

„Deutschland: Bahnbrechende Fern- und Telemedizinische Dienste“, heißt es im aktuellen Marktbericht des kanadischen Enterprise Mobility Solutions Anbieter Soti zum Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen. „Im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt von 15 Prozent war Deutschland das einzige Land, das einen Anteil von über 20 Prozent bei der direkten Fern- und Telemedizinischen Versorgung meldete“, bestätigen die Macher der Studie. Und für die wurden knapp 1.500 Menschen in den USA, Kanada, Mexiko, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Schweden, den Niederlanden und Australien befragt, rund ein Drittel davon IT-Fachleute in einer Praxis oder Klinik.  

Zudem läge Deutschland mit 57 Prozent Zuwachs bei den IT-Budgets, deutlich über dem weltweiten Schnitt von 43 Prozent, hat die höchste Akzeptanz (63 Prozent) neuer Technologien und Anwendungen (weltweit 46 Prozent) und auch einen überdurchschnittlich großen Anstieg bei der Anzahl verwendeter Geräte (53 Prozent zu 47 Prozent weltweit) – freilich unter den IT-Experten des Gesundheitswesens.  

Was an den Umfrageergebnissen negativ ins Auge sticht, sind die deutlichen Herausforderungen mit Legacy-Systemen, die aus Deutschland gemeldet werden. Hier ergeben sich deutlich häufiger Probleme bei der Technologieintegration und -verwaltung, die aus einer Mischung aus neuen Innovationen und Altsystemen resultieren. 49 Prozent der Befragten aus Deutschland sagen, sie verbringen zu viel Zeit mit der Behebung technischer Probleme aufgrund von Legacy-Systemen (weltweit 36 Prozent) oder aber das Personal können nicht schnell genug auf Patientendaten zugreifen (43 Prozent Deutschland, weltweit 31 Prozent).  

Insgesamt haben 95 Prozent der Unternehmen im Healthcare-Bereich Altsysteme im Einsatz, die irgendwie mit neuen Lösungen verbunden werden müssen. Fast drei Viertel der für die Studie Befragten in Deutschland gaben an, dass sie aufgrund von Altsystemen mobile Geräte aus der Ferne weder erkennen noch verwalten können und deshalb keine detaillierten Informationen über Gerätenutzung sowie -standort haben. Bei 28 Prozent der Befragten konnten neue Endgeräte und Drucker sogar überhaupt nicht eingesetzt und verwaltet werden. 

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