Deutschland schläft schlecht

by | Oct 25, 2023

Anhoren

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In den letzten zehn Jahren hat die Zahl der Menschen mit Schlafstörungen deutlich zugenommen, wie eine Analyse der Barmer-Versichertenbasis zeigt.  

Na dann gute Nacht, möchte man meinen, wenn man sich die aktuelle Auswertung der Barmer zum Schlafverhalten der Deutschen anschaut. Denn von Nachtruhe kann da keine Rede sein. Seit Jahren steigt die Zahl der Menschen in Deutschland mit Schlafstörungen. Die Zahl der Versicherten mit entsprechenden Diagnosen ist von 2012 bis 2022 von fünf auf rund sieben Prozent gestiegen. In absoluten Zahlen sind das allein sechs Millionen Fälle im vergangenen Jahr, was einer Steigerungsrate von 36 Prozent entspricht. Das fatale an einem schlechten oder unruhigen Schlaf: Er erhöht das Risiko für Übergewicht, Schlaganfall, Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und belastet das Gesundheitswesen damit deutlich.  

„Auslöser für Probleme beim Einschlafen oder Durchschlafen können beruflicher und privater Stress oder bei Frauen die Wechseljahre sein. Schlafstörungen können aber auch erste Anzeichen einer Depression sein“, sagt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer und rät, bei andauernder Schlaflosigkeit die Ursachen unbedingt medizinisch abklären zulassen.  

Dafür, dass vor allem Stress an den unruhigen Nächten der Deutschen schuld ist, spricht die Tatsache, dass Schlafstörungen vor allem bei den 20- bis 29-jährigen zunehmen. 2012 war nur rund zwei Prozent der jungen Erwachsenen betroffen, 2022 war es bereits fast drei Prozent, ein Plus von knapp 50 Prozent. Bei den 40- bis 49-jährigen liegt die Steigerung ebenfalls hoch bei knapp 40 Prozent. Betroffen sind im Jahr 2022 6,2 Prozent der Menschen. Ab 60 Jahren schlafen dann sogar knapp 13 Prozent der Menschen schlecht. Daher auch der Appell von Marschall: „Schlaflose Nächte sind keine Lappalie. Weniger als fünf Stunden Schlaf pro Nacht erhöhen das Risiko für chronische Krankheiten und beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit.“ 

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