Deutsche sind Präventionsmuffel

by | Apr 25, 2024

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Eine Umfrage des Pharmakonzerns Pfizer zeigt: Während der eigenen Pkw regelmäßig zur Inspektion geht, nehmen es die Deutschen mit der Gesundheitsvorsorge weniger ernst.

 

Deutsche lassen ihr Auto häufiger überprüfen als die eigene Gesundheit. Das belegt nun eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschers Civey im Auftrag von Pfizer. Während 81 Prozent der Menschen mit Pkw diesen im letzten Jahr zur Inspektion gebracht haben, waren lediglich 59 Prozent der Befragten im selben Zeitraum selbst zum „Check-up“. Nur etwa die Hälfte der Befragten weiß zudem, wann Impfungen aufgefrischt werden müssen. Allerdings wurden auch nur 39 Prozent der Befragten im letzten Jahr auf Vorsorge- oder Impfangebote aufmerksam gemacht.

Gesundheitsvorsorge muss attraktiver werden

Die Umfrage zeigt zudem auch, dass mehr Menschen auf Prävention setzen würden, wenn das Angebot niederschwelliger wäre. Gäbe es mehr kurzfristige Termine, würden 42 Prozent der Befragten Vorsorgeangebote wahrnehmen. Auch regelmäßige Erinnerungen würden helfen, sagen 30 Prozent. Käme diese Erinnerung digital, würden sogar 60 Prozent der Befragten Vorsorgeangebote nutzen. Und auch eine Belohnung, etwa in Form von Rabatten bei der Krankenversicherung, wäre für viele Menschen (29 Prozent) hierzulande interessant.

„Die Ergebnisse machen deutlich, dass viele Menschen grundsätzlich für das Thema Gesundheitsvorsorge sensibilisiert sind, sich jedoch einen einfacheren Zugang zu Präventionsangeboten sowie mehr Orientierung und Anreize wünschen. Hier besteht Nachholbedarf”, hebt Dr. med. Christian Lenz, Medizinischer Direktor von Pfizer Deutschland, hervor. Etwa jeder Dritte (36 Prozent) hätte den Impfstatus durch hausärztliche Kontrolle und jeder Vierte (23 Prozent) mit einem automatischen, digitalen Erinnerungsservice besser im Blick. Für 15 Prozent der Befragten wären Zuschüsse für das Fitnessstudio oder den Sportverein eine Motivation zu mehr Vorsorge.

Todesfälle vermeidbar

In Deutschland seien etwa 40 Prozent der Todesfälle auf verhaltensbedingte Faktoren zurückzuführen, heißt es von Pfizer, die durch Prävention vermeidbar wären. „Fakt ist: Derzeit konzentrieren wir uns in Deutschland noch zu stark darauf, Krankheiten zu behandeln, anstatt zu verhindern, dass sie entstehen. Das müssen wir ändern”, betont Lenz. Immerhin zeige die Politik hier Gestaltungswille. Ein Bundesinstitut für Prävention und Aufklärung in der Medizin (BIPAM) oder weitere Maßnahmen, die aktuell im Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Stärkung von niedrigschwelligen Vorsorgeangeboten diskutiert werden, können die Prävention im Gesundheitssystem voranbringen.

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