Deutsch-amerikanische Kooperation bei Diabetes

by | May 10, 2024

Quelle: Perfood/Dexcom

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Dexcom und Perfood bündeln Expertise, um das Diabetesmanagement für Typ-2-Patienten zu verbessern. Die Sensorik von Dexcom wird in die Ki-basierte DiGA von Perfood integriert.

 

Der kalifornische Diabetes-Technologie-Spezialist Dexcom und das auf personalisierte Ernährung spezialisierte Lübecker Startup Perfood arbeiten ab sofort im Bereich Diabetesmanagement zusammen. Die beiden Unternehmen wollen vor allem ihr medizinisches und technologisches Know-how bündeln, damit Betroffene künftig von modernen digitalen Lösungen profitieren.

Dexcom wird unter anderem ein wichtiger Partner für die von Perfood entwickelte digitale Gesundheitsanwendung, DiGA, „glucura” sein und sie mit dem rtCGM-System Dexcom G7 ergänzen. Dadurch können Betroffenen und ihre Behandler über glucora die Entwicklung der Typ-2-Diabetes eng überwachen und mit personalisierten Ernährungsanpassungen nachhaltig behandeln. Das Zusammenspiel beider Lösungen vereine die Überwachung des Blutzuckers mit einer personalisierten Ernährungstherapie sowie gezieltem Biofeedback, heißt es von den neuen Partnern.

Biofeedback bei Typ-2-Diabetes wichtig

Bei Perfood freut man sich vor allem auch deshalb über die Zusammenarbeit, weil ein Großteil der Patienten mit Typ-2-Diabetes nicht insulinpflichtig sei, unterstreicht Dr. med. Dr. rer.nat. Torsten Schröer, leitender Entwickler von glucura sowie Mitgründer und Chief Medical Officer bei Perfood. Sensorsysteme würden deshalb aus seiner Erfahrung einen wichtigen Therapiebeitrag leisten. Und Dexcom-Deutschland Geschäftsführer Alexander Fröhlich ergänzt: „Gerade beim Typ-2-Diabetes spielt Biofeedback eine sehr wichtige Rolle, um die Glukosewerte in den Griff zu bekommen und einer Insulintherapie vielleicht noch vorzubeugen. Durch die Kooperation mit einer so intuitiven App wie glucura ermöglichen wir noch mehr Menschen mit Diabetes, nebenbei im Alltag ihren Stoffwechsel besser zu verstehen.”

KI und Sensorik in Kombination

Integriert in die KI-basierte App von glucura, sendet das Dexcom G7 rtCGM-System den Nutzern über bis zu zehn Tage alle fünf Minuten einen Sensor-Messwert und zeigt auf diese Weise, wie ihr Stoffwechsel auf unterschiedliche Mahlzeiten oder Ernährungsgewohnheiten reagieren. Auf Basis dieser Messwerte errechnet die digitale Therapie von glucura personalisierte Ernährungsempfehlungen. So leitet glucura die Nutzer ganz individuell an, spezifische Mahlzeiten zu reduzieren, durch andere Nahrungsmittel zu ersetzen oder anders zu kombinieren, die individuell für unerwünschte Glukoseverläufe verantwortlich sind. Der glucura-eigene Algorithmus trifft mit Hilfe von künstlicher Intelligenz auch nach der Sensorphase Vorhersagen über individuelle Reaktion des Stoffwechsels auf bestimmte Nahrungsmittel.

Erste Pilotstudiendaten zeigen, dass doppelt so viele Patienten nach drei Monaten Anwendung von glucura im therapeutischen Zielbereich von unter 7,0 % HbA1c waren wie vor der Anwendung. 34 Prozent von ihnen erreichten sogar einen HbA1c unter 6,5 Prozent, was ein Hinweis auf Remission ist. Auch der BMI nahm im Durchschnitt um mehr als einen Punkt ab.

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