Destatis: Erneut mehr Auszubildende in der Pflege

von | Juli 8, 2026

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Im dritten Jahr in Folge haben mehr Menschen in Deutschland eine Pflegeausbildung begonnen als im Vorjahr vermeldet das Statistische Bundesamt Destatis.

 

63.900 neue Ausbildungsverträge in der Pflege. Das ist im dritten Jahr in Folge eine Steigerung zum Vorjahr, vermeldet das Statistische Bundesamt Destatis. 2022 waren es rund 52.000 neue Ausbildungsverträge, 2023 über 54.000 und 2024 knapp 60.000. Insgesamt lag die Zahl der Auszubildenden in der Pflege zum Stichtag 31. Dezember 2025 bei knapp 157.200, was einem Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

35.300 Menschen hatten im vergangenen Jahr zudem einen erfolgreichen Abschluss zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann in der Tasche. Für die Spezialisierung Gesundheits- und Kinderkrankenpflege oder Altenpflege entschieden sich hingegen wieder nur knapp 1,2 Prozent der Absolventinnen und Absolventen.

Was an den Zahlen außerdem auffällt: Nach wie vor entscheiden sich überwiegend Frauen für die Pflegeausbildung. Ihr Anteil an den Neuverträgen beträgt 71 Prozent. Aber der Männeranteil steigt. Seit dem Start der neuen Ausbildungsform ist er bei den Neuverträgen von 24 Prozent in 2020 auf 29 Prozent in 2025 gestiegen. Das Durchschnittsalter unter allen Pflegeauszubildenden mit neuem Ausbildungsvertrag in 2025 beträgt 24 Jahre.

Pflegestudium gewinnt an Bedeutung

Ebenso erfreulich ist der Zuspruch beim vergüteten und finanzierten Pflegestudium. 2025 gab es laut Destatis etwa acht Prozent mehr Studienanfängerinnen und -anfänger als im Vorjahr. Knapp 800 Studierende haben 2025 ein Pflegestudium begonnen. Insgesamt befanden sich zum Jahresende 1.800 Studierende im Pflegestudium nach dem Pflegeberufegesetz. Der erfolgreiche Abschluss des Pflegestudiums qualifiziert die Absolvierenden ebenfalls zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann. Zusätzlich erwerben sie den akademischen Grad eines Bachelors. Der Frauenanteil bei den Pflegestudierenden mit Neuvertrag liegt mit 78 Prozent noch höher als in der beruflichen Pflegeausbildung.

Bei Pflegestudierenden dominiert das Krankenhaus als Träger der praktischen Ausbildung mit 92 Prozent. Nur fünf Prozent der Pflegestudierenden mit Neuvertrag beginnen ihr Studium in einer stationären Pflegeeinrichtung, während drei Prozent in einer ambulanten Pflegeeinrichtung starten.

Auch rund die Hälfte der Auszubildenden zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann, die einen neuen Ausbildungsvertrag haben, absolvieren den praktischen Teil ihrer Ausbildung im Krankenhaus. Die übrigen Pflegeauszubildenden mit einem Neuvertrag in 2025 verteilen sich auf stationäre (36 Prozent) und ambulante Pflegeeinrichtungen (zwölf Prozent).

Ohne ausländische Kräfte geht es nicht

Trotz der steigenden Ausbildungszahlen machen Statistiken der Bundesagentur für Arbeit jedoch auch deutlich, dass das deutsche Gesundheitswesen ohne ausländische Pflegekräfte kollabieren würde. Nach aktuellen Auswertungen arbeiteten 2024 mehr als 300.000 Pflegekräfte mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Deutschland – knapp 18 Prozent aller Beschäftigten in Pflegeberufen.

Eine Auswertung des Mediendienstes Integration zeigt: Zwischen 2013 und 2024 ist der Anteil ausländischer Pflegekräfte von 5,5 auf 17,8 Prozent gestiegen. Besonders stark vertreten sind Beschäftigte aus EU‑Staaten sowie aus Ländern wie Syrien, den Philippinen und Indien.

Gleichzeitig bleiben Pflegekräfte ein Nadelöhr für die Gesundheitsversorgung, wie Prognosen von Destatis zeigen. Der Bedarf an erwerbstätigen Pflegekräften wird von 1,62 Millionen in 2019 auf rund 2,15 Millionen im Jahr 2049 steigen – ein Plus von etwa einem Drittel. Selbst in der günstigsten Szenario-Variante dürfte die Zahl der verfügbaren Pflegekräfte 2049 um 280.000 bis 690.000 unter dem Bedarf liegen.

Schon 2034 könnte die Lücke je nach Annahmen bei rund 90.000 Pflegekräften liegen. Diese Berechnungen kombinieren Bevölkerungsprognosen mit Daten aus Mikrozensus, Pflegestatistik und Krankenhausstatistik. Für die Praxis bedeutet das: Selbst wenn die Zuwanderung auf dem heutigen Niveau bliebe, würde sie den zusätzlichen Bedarf voraussichtlich nicht vollständig ausgleichen können.

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