DBfK: Offener Brief an Scholz

by | May 13, 2024

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Zum internationalen Tag der Pflegenden unterstreicht der ICN in seinem Report den ökonomischen Wert der Pflege für die Weltwirtschaft. Der DBfK nutzt das zum Anlass, Bundeskanzler Scholz direkt anzusprechen.

 

Gestern war Internationaler Tag der Pflegenden. Und auch in diesem Jahr hat der International Council of Nurses (ICN) seinen jährlichen Bericht zur Situation der Pflege weltweit veröffentlicht. Darin wird vor allem der ökonomische Wert der Pflege für die Weltwirtschaft hervorgehoben. Demnach kostet eine schlechte Gesundheit der Menschen 15 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts, BIP. Oder positiv ausgedrückt: Eine wirksame flächendeckende Gesundheitsversorgung könnte jedes Jahr 60 Millionen Menschenleben retten und die durchschnittliche Lebenserwartung um 3,7 Jahre verlängern. Dafür müssten die Investitionen in das Pflegepersonal allerdings massiv erhöht werden, betont der Report: „Krankenschwestern und -pfleger sind die treibende Kraft der primären Gesundheitsversorgung.“ Das würden auch die Vereinten Nationen anerkennt, die den Berufszweig als „Katalysator für die Erreichung der Universal Health Coverage 2030 Ziele“ betrachten.

Investitionen in die Krankenpflege würden zudem keine Kosten verursachen, darüber müssten sich mehr Regierungen klar werden. Das Gegenteil sei der Fall, unterstreicht der ICN-Bericht: „Investitionen in die Gesundheitsversorgung sparen Geld. Eine gesunde Bevölkerung kann das globale BIP um zwölf Billionen US-Dollar oder acht Prozent steigern.”

Offener Brief an Bundeskanzler Scholz

Auch der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) nutzt den 50. Internationalen Tag der Pflegenden sowie den ICN-Report, um sich mit einem offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz zu wenden. Darin kritisiert DBfK-Präsidentin Christel Bienstein: „Es ist ein großer Fehler, wenn Investitionen in die Pflege und in unsere Berufsgruppe lediglich als Kostenfaktoren behandelt werden. Wem Würde allein als Grund für notwendige Investitionen in die Pflege und den Pflegeberuf nicht ausreicht, den sollte die starke Wirtschaftskraft bewegen, die davon ausgeht.“

Der DBfK spricht sich in seinem Offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz dafür aus, der Wahrnehmung von „Sozialem“ als ausschließlichem Kostenfaktor entschieden entgegenzutreten und der großen inländischen Krise der Pflege die notwendige Priorität einzuräumen. Zeitenwende dürfe nicht bedeuten, sich von Solidarität und Sozialstaat abzuwenden. „Gute Pflege führt zu einer besseren Gesundheit – einer der Voraussetzungen für Wohlbefinden, Gerechtigkeit und Frieden“, betont Bienstein. Was der Pflege aktuell aber vor allem fehlt, sei Wertschätzung. „All jene, die schon einmal auf gute Pflege angewiesen waren, sollten ihren Wert kennen. Und wir werden nicht müde, ihn immer wieder zu betonen.“

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