Datenklau an der Universitätsmedizin Mainz

by | May 2, 2024

Quelle: Universitätsmedizin Mainz / Peter Pulkowski

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Laut Recherchen des SWR haben Hacker ausgelagerte Daten der Uniklinik von einem IT-Dienstleister erbeuten können.

 

Hackerangriff auf die Universitätsmedizin Mainz: Wie der SWR berichtet, haben Cyberkriminelle an einen IT-Dienstleister ausgelagerte Daten erbeuten können. Wie die Universitätsmedizin mitteilt, enthalten diese sogenannten Protokollierungsdateien, also E-Mail-Adressen von Absendern und Empfängern, den Betreff und den Zeitstempel. Betroffen seien insgesamt 280.000 Menschen, die in dem entsprechenden Zeitraum der Uniklinik eine Mail geschickt oder erhalten haben. Die Hacker hätten ihre Beute mittlerweile im Darknet veröffentlicht. Inhalte und E-Mail-Anhänge seien von der Panne jedoch nicht betroffen. Dennoch warnt die Unimedizin nun davor, dass die Privatsphäre der betroffenen Personen gefährdet sein und mit den gestohlenen Daten nun eventuell Passwörter abgefischt werden könnten – entsprechende Warnungen seien per E-Mail von der Universitätsmedizin verschickt worden.

Wirklich überraschend ist der Vorfall jedoch nicht. In der vorletzten Ausgabe unserer Serie „IT-Station“ hat Cyberexpertin Birgit Murkokwski, Geschäftsführerin der SOC Mania GmbH, bereits vor der Vielzahl an Informationen von Kliniken gewarnt, die im Darknet verfügbar sind. Im Rahmen einer Projektrecherche sei man beispielsweise auf eine Uniklinik mit insgesamt 13.400 Einträge im Darknet aufmerksam geworden. Bei dieser immensen Anzahl an Treffern handelte es sich nicht einfach nur um namentliche Nennung, sondern immer in Verbindung mit der vollständigen Domain. 66 Einträge hatten sogar konkrete Infostealer-Hinweise, also eine Malware Infektion. Auch User-Accounts, E-Mail-Endungen und die dazugehörigen Passwörter hatten die Experten bereits Ende März im Darknet zu der einen Uniklinik gefunden.

 

 

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