„Datenhändler“ MDA sichert sich 3,3 Millionen Euro Seed-Kapital

von | Mai 22, 2025

von links: Angela van Walsum-Koelewijn (Martini-Klinik), Daniel Bauer (MDA), Annett Christ (MDA), Dr. Gunter Trojandt (MDA), Prof. Dr. Alexander Haese (Martini-Klinik), Prof. Dr. Markus Graefen (Martini-Klinik) und Kathi Ehlert (Martini-Klinik). Quelle: MDA

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3,3 Millionen Euro Anschubfinanzierung bekommt das Leipziger Startup MDA – Medical Decision Alliance nun für den Aufbau eines Handels mit OP-Daten.

 

Angeführt vom High-Tech-Gründerfonds (HTGF) sammelt das Leipziger Startup MDA – Medical Decision Alliance nun erste Investorengelder in Höhe von 3,3 Millionen Euro ein. Hinter dem 2023 gegründeten Startup steht unter anderem Life-Science-Unternehmer Dr. Gunter Trojandt, der sein letztes Unternehmen Surgical Process Institute 2017 an Johnson & Johnson verkauft hat. Gemeinsam mit Annett Christ und Daniel Bauer will er nun MDA zu einer Erfolgsgesichte machen. Das Startup soll zu einer Art Datenhändler werden, der das Wissen und Informationen aus von Robotern unterstützten OP-Sälen weltweit abgreift, aufbereitet und daraus Entscheidungshilfen und Trainingsdaten für Chirurgen, die KI oder Roboter ableitet.

Dezentrales Wissen bündeln

In der heutigen Chirurgie werden zunehmend OP-Roboter und weitere spezifische Systeme eingesetzt, die vor allem die Präzision der Eingriffe verbessern. Die einzelnen Entscheidungen während der OP liegen aber weiterhin im Ermessen der Chirurgen und können im Einzelfall auch falsch sein. Genau hier setzt MDA an: Basierend auf der jahrzehntelangen Erfahrung von renommierten Chirurgen und gemeinsam mit führenden Herstellern von OP-Robotersystemen, werden Entscheidungsalgorithmen entwickelt, die für unterschiedlichste Patientensituationen die passende Workflow-Variante vorschlagen.

In Zukunft werden chirurgische Teams von intelligenten Algorithmen unterstützt, so als würde der erfahrenste Chirurg auf dem jeweiligen Fachgebiet daneben sitzen. Dies kommt nicht nur den lernenden Teams, sondern vor allem den Patienten zugute, ist man bei MDA überzeugt.

Chirurgisches Wissen weltweit verfügbar machen

Im Vordergrund steht unter anderem die Aus- und Weiterbildung der nächsten Generation von Chirurgen. So widmet sich MDA dem Transfer von Experten-Wissen mit Hilfe von programmatischen Trainingslösungen, die stets aktuell und rund um die Uhr verfügbar sind – die Digitalisierung der chirurgischen Lehre. „Gemeinsam mit MDA haben wir alle wichtigen Aspekte unserer OP-Technik digitalisiert und daraus eine KI-basierte ‚Workflow-Engine‘, den – Virtual Proctor – entwickelt. Andere Kliniken und Ärzte können jetzt darauf zugreifen und von unserer 20-jährigen Erfahrung profitieren – das gibt es nach meinem Wissen kein zweites Mal“, sagt Professor Markus Graefen, Ärztlicher Leiter der Martini-Klinik, dem Prostatakarzinomzentrums im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Neben der Robotik, die den derzeitigen Schwerpunkt der MDA darstellt, soll der Virtual Proctor als digitale Plattform auch interessierten MedTech-Partnern dienen, deren innovative Produkte entlang spezifischer Indikationen zu präsentieren. Das Wissen von Experten, die diese Produkte bereits routinemäßig im Einsatz haben, steht auch hier im Vordergrund. Neukunden wird somit das Erschließen weiterer Kompetenzen erleichtert, denn der Virtual Proctor vermittelt konzeptionelles Wissen und bietet visuellen sowie klinisch relevanten Content auf Basis etablierter Standards und Erfahrungen.

Beim HTGF hat das eingespielte Team, die Expertise und auch ein starkes Netzwerk überzeugt, sagt die dortige Investment Managerin Dr. Lena-Sophie Schütter: „Durch den strukturierten Aufbau einer einzigartigen Referenzdatenbank legen sie die Grundlage für KI-basierte Trainings- und Entscheidungsalgorithmen. So schaffen sie die Voraussetzung für mehr Sicherheit, Vergleichbarkeit und klinikübergreifende Standards in der roboterassistierten Chirurgie.“

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