Das große Schimpfen im Gesundheitswesen geht weiter

by | Feb 22, 2024

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Nachdem das Transparenzgesetz den Vermittlungsausschuss passiert hat, geht es für den Bundesgesundheitsminister an anderer Front weiter. Dieses Mal kommt die Kritik von Seiten der freien Ärzteschaft.

 

Es hört nicht auf, das große Schimpfen. Nachdem im Kliniksektor das Ringen um Transparenzgesetz und Klinikatlas nun erst einmal entschieden ist, meldet sich der ambulante Sektor zurück mit Warnungen und Forderungen. Konkret kommen die Rufe dieses Mal von der Freien Ärzteschaft. Denn deren Mitglieder müssen ab 1. März wie alle Arztpraxen und Kliniken auch ihren medizinischen Fachangestellten 7,4 Prozent mehr Lohn zahlen. So sieht es die vereinbarte Tariferhöhung vor.

Das Mehr an Geld für die Mitarbeiter sei zwar absolut gerechtfertigt, betont der Vorsitzende der Freien Ärzteschaft e.V. Wieland Dietrich, die Tariferhöhungen würden jedoch im Gegensatz zu den Tariferhöhungen in den Kliniken nicht von den Krankenkassen refinanziert.

Konkrete fordert auch die freie Ärzteschaft wie schon die anderen Verbände, in denen die niedergelassenen Ärzte organisiert sind, die Abschaffung der Budgetierung und eine Erhöhung der Gebührenverordnung. Die sei längst überfällig. Sogar bei den Tierärzten sei die Gebührenverordnung mittlerweile angepasst worden.

Auch die Folgen wären dramatisch, konstatiert Dietrich: „Arztpraxen werden gezwungen sein, ihr Sprechstundenangebot einzuschränken, um ihr verbleibendes Personal halten zu können. An die Neueinstellung von Mitarbeitern ist kaum zu denken, zumal in anderen Bereichen wie für Verwaltungstätigkeiten bei Krankenkassen deutlich höhere Vergütungen bezahlt würden.“

Appelle wie diese werden sich vor der Tariferhöhung im März sicherlich häufen – egal ob aus dem ambulanten oder stationären Sektor. Dabei unterstreichen sie vor allem eins: Bei all der Sorge um die individuellen Interessen der Mitglieder fehlt der Blick auf das große Ganze. Aktuell wird weder sektorenübergreifend darüber diskutiert, wie das Gesundheitswesen in seiner ganzen breite vor allem finanziell zukunftsfähig aufgestellt werden kann, noch welche zentralen Bedürfnisse die Menschen haben, denen das System eigentlich zugutekommen sollte: den Patienten.

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