D21-Digital-Index: Menschen sehen Chancen durch KI in der Medizin

by | Feb 15, 2024

Anhoren

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Künstliche Intelligenz wird große Auswirkungen auf den medizinischen Bereich haben, sind die Menschen in Deutschland laut D21-Initiative überzeugt.

 

Sind die Menschen in Deutschland in der Lage, mit den Anforderungen des digitalen Wandels umzugehen? Dieser Frage geht der „D21-Digital-Index“ nach. Er misst die Anpassungs- und Zukunftsfähigkeit der digitalen Gesellschaft in Deutschland. Zentrale Erkenntnis der D21-Initiative: Mit 58 von möglichen 100 Punkten liegt der Digitalisierungsgrad der Gesellschaft weiterhin im Mittelfeld. Der Zugang stimmt (81 Punkte), die Kompetenz wird minimal besser (61 Punkte), die Grundeinstellung ist ausbaufähig (53 Punkte), aber die Nutzung ist nach wie vor zu niedrig (50 Punkte).

Interessant ist allerdings, dass die Menschen im Land Künstliche Intelligenz (KI) als Transformationstreiber wahrnehmen. In den vergangenen Jahren wurde die digitale Transformation vor allem durch die Corona-Pandemie beschleunigt, heißt es in dem Report. Das habe insbesondere zu einer schnelleren Ausbreitung von digitalen Lern- und Gesundheitsangebote sowie von digitalem Arbeiten geführt.

Auf die Frage, in welchen Lebensbereichen die Menschen in den nächsten zehn Jahren die größten Veränderungen durch KI erwarten, landet Bildung bei fast der Hälfte der Bevölkerung unter den Top 3. Große Auswirkungen auf den Bereich Arbeit werden von 44 Prozent vermutet und 38 Prozent glauben an die größten Veränderungen im medizinischen Bereich.

Die Befragten wurden zudem gebeten, für Bereiche, in denen sie die größten Veränderungen erwarten, anzugeben, ob sie diese positiv oder negativ einschätzen. Im Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Medizin sehen die Menschen vor allem Chancen: Drei Viertel derjenigen, die an große Veränderungen durch KI in diesem Bereich glauben, bewerten diese Entwicklung positiv. In der Wahrnehmung der deutschen Bürger könnte Künstliche Intelligenz außerdem vor allem positive Veränderungen in Forschung und Entwicklung sowie im Bereich der öffentlichen Verwaltung bewirken. Fragt man die Bürger, in welchen drei Lebensbereichen sie in den nächsten zehn Jahren die größten Veränderungen durch KI erwarten, werden am häufigsten die Bereiche Bildung, Arbeit und Medizin genannt.

Gesundheitswesen schon gut aufgestellt?

Zudem fragt der Index ab, wie gut es um die digitale Wertschöpfung innerhalb der eigenen Organisation steht. Interessant auch hier: 52 Prozent der Befragten aus dem medizinischen Bereich sagen, dass in ihrer Organisation bereits die nötigen Schritte ergriffen wurden, damit diese im digitalen Wandel (inter)national mithalten kann. Es gibt andere Sektoren wie Beratung, Vertrieb oder auch das produzierende Gewerbe, wo der Anteil der Zustimmung höher liegt. Bei Lehrtätigkeiten (44 Prozent) oder im Handwerk (38 Prozent) ist der Anteil jedoch deutlich niedriger.

70 Prozent der Beschäftigten im medizinischen Bereich glauben zudem, dass in ihrer Branche ganze Berufe wegfallen könnten – deutlich weniger als in Branchen mit höherem Digitalisierungsgrad. Dass auch der eigene Job gefährdet sein könnte, glauben hingegen nur zwölf Prozent der Befragten. Allerdings sieht rund die Hälfte der Beschäftigten (49 Prozent) im medizinischen Bereich für sich deutlich seltener auch einen Vorteil durch die zunehmende Digitalisierung.

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