Cybervorfälle bei Abbott

von | Juli 21, 2026

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Gleich zwei Cybervorfälle untersucht aktuell eines der größten Gesundheits- und Medizinprodukteunternehmen weltweit. Abbott bestätigt unbefugten Zugriff.

 

 

Mit Abbott Laboratories ist eines der weltweit größten Gesundheits- und Medizinprodukteunternehmen weltweit wohl Opfer von gleich zwei Cyberangriffen geworden. Die Aussagen sind allerdings etwas widersprüchlich: keine Auswirkungen auf Produktion, Laborbetrieb oder Patientenversorgung heißt es von Abbott. Die Cyberkriminellen-Gruppen ShinyHunters und ShadowBYT3$ behaupten hingegen, die Sicherheitsverletzungen seien deutlich umfangreicher gewesen.

Vor allem ShinyHunter behauptet, im Besitz von insgesamt 30 Millionen Kundendatensätzen zu sein, von denen etwa eine Million Sozialversicherungsnummern enthalten sollen. Angegriffen wurde der Geschäftsbereich Krebsdiagnostik von Abbott. Eine von der Gruppe gesetzte Frist läuft heute ab. Der Vorfall selbst soll sich bereits Mitte Juni ereignet haben. Die zweite Gruppe will sich Anfang Juli Zugriff auf das Labordiagnostik-Kundenportal LabCentral verschafft haben.

Von Abbott bestätigt ist derzeit nur, dass es den zweifachen, unbefugten Zugriff auf Systeme gegeben habe, wobei die Angriffe jeweils unabhängig voneinander erfolgten.

In einem offiziellen Statement heißt es: „Abbott untersucht einen Cybervorfall, bei dem es zu einem unbefugten Zugriff auf eine begrenzte Anzahl interner Systeme ausschließlich in unserem Geschäftsbereich Krebsdiagnostik gekommen ist. Dies hat keine Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb, Produkte oder deren Verfügbarkeit, die Produktion oder den Laborbetrieb sowie unsere Fähigkeit, Patienten zu versorgen.“

In Bezug auf LabCentral teilte Abbott Reportern mit, dass es sich um ein extern gehostetes Portal handele und dass „keine Offenlegung sensibler Kunden- oder Geschäftsdaten bekannt“ sei.

ShinyHunters sind keine Unbekannten. Sie haben sich auch schon bei Salesforce oder der Cloud-basierten Datenplattform Snowflake Zugang verschafft haben. Gegenüber dem Fachportal BleepingComputer erklärte die Gruppe, der Abbott-Zugang sei über Voice-Phishing erfolgt, also dem gezielten Versuch via Telefon Mitarbeitern Passwörter zu entlocken.

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