Ein aktueller Report von Cybersecurity-Spezialist Claroty zeigt: Im Schnitt liegt der finanzielle Schaden für Organisationen bei rund einer Million US-Dollar. Ransomware ist im Gesundheitswesen besonders problematisch.
Cyber-Spezialist Claroty hat die wirtschaftlichen Auswirkungen von Cyberangriffen untersucht und der aktuelle Report zeigt: Der wirtschaftliche Schaden ist beträchtlich. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) der Unternehmen gaben an, dass Cyberangriffe, die cyber-physische Systeme (CPS) betreffen, einen finanziellen Schaden von einer Million US-Dollar oder mehr verursacht haben. Dazu zählen vor allem entgangene Einnahmen (von 39 Prozent), Wiederherstellungskosten (35 Prozent) und Überstunden der Mitarbeiter (33 Prozent).
Auch Ransomware spiele nach wie vor eine große Rolle bei den Wiederherstellungskosten, da mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) Lösegeldforderungen von mehr als 500.000 US-Dollar leisten mussten, um den Zugriff auf verschlüsselte Systeme und Dateien wiederherzustellen und den Betrieb wieder aufzunehmen. Dieses Problem ist im Gesundheitswesen besonders gravierend, zeigt der Report: 78 Prozent berichteten über Lösegeldzahlungen von mehr als 500.000 US-Dollar – da Ransomware und erpresserische Angriffe auf Krankenhäuser und klinische Umgebungen scheinbar unvermindert weitergehen, attestieren die Experten.
Erhebliche betriebliche Auswirkungen
Eng verbunden mit den finanziellen Verlusten sind die betrieblichen Auswirkungen: Rund ein Drittel der Befragten (33 Prozent) berichten von einem vollen Tag oder mehr Ausfallzeit, bis der Betrieb wieder vollständig hergestellt war. Etwa die Hälfte (49 Prozent) gab an, dass der Wiederherstellungsprozess eine Woche oder länger dauerte, und wiederum fast ein weiteres Drittel (29 Prozent) sagte, dass die Wiederherstellung mehr als einen Monat dauerte. Dies ist besonders bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass in CPS-Umgebungen, die Verfügbarkeit und Betriebszeit kritischer Systeme eine wichtige Rolle spielt.
Ein Blick auf die Ursachen für diese Cyberangriffe zeigt, dass vor allem Drittanbieter und Fernzugriffsmöglichkeiten nach wie vor ein Problem sind. 82 Prozent der Befragten gaben an, dass mindestens ein Cyberangriff auf den Zugriff von Drittanbietern auf die CPS-Umgebung zurückzuführen waren, bei weiteren 45 Prozent war es der Grund für fünf oder mehr Angriffe in den letzten zwölf Monaten. Trotz dieses Wissens geben 63 Prozent zu, dass sie nur teilweise oder gar nicht über die Konnektivität von Drittanbietern zur CPS-Umgebung Bescheid wissen.
Vertrauen in Cyberabwehr wächst
Die Ergebnisse zeigen, dass die letzten zwölf Monate für die meisten CPS-gestützten Unternehmen sowohl störend als auch kostspielig waren. Gleichzeitig wächst das Vertrauen in die Maßnahmen zur Risikominderung. Eine Mehrheit (56 Prozent) hat heute mehr Vertrauen in die Fähigkeit des CPS ihres Unternehmens, Cyberangriffen zu widerstehen, als noch vor zwölf Monaten, und 72 Prozent erwarten im kommenden Jahr quantifizierbare Verbesserungen ihrer CPS-Sicherheit.
„Um von einem reaktiven Prozess zu einem proaktiven zu kommen, der die Verluste verringert, haben wir festgestellt, dass die Unternehmen ihre Denkweise ändern – sie fangen an, Cybersecurity als Kernstück für die Erfüllung der Unternehmensmission zu betrachten“, attestiert Grant Geyer, Chief Strategy Officer bei Claroty.



