Cyberangriff London: Daten veröffentlicht

by | Jun 24, 2024

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Über 1.000 Operationen musste der britische NHS nach dem Cyberangriff Anfang Juni verschieben und nun sind erste Datensätze aufgetaucht. Die Angreifer wollen vermutlich ihren Geldforderungen Nachdruck verleihen.

Die Ransomware-Angreifer, die hinter der Attacke auf den Blutanalyse-Dienstleister des britischen National Health Service (NHS) Synnovis stecken, machen ernst. Sie haben rund 400 Gigabyte Daten mit privaten Informationen im Darknet veröffentlicht.

Die zuständigen Behörden würden derzeit mit Hochdruck daran arbeiten, die Daten so schnell wie möglich zu verifizieren. Wie die britische BBC berichtet, habe man dort einen Teil der Daten einsehen können. Demnach enthalten die Datensätze Patientennamen, Geburtsdaten, NHS-Nummern sowie Beschreibungen der Bluttest. Ob auch die Testergebnisse enthalten sind, sei aktuell noch nicht klar.

Die NHS vermeldet in einem Statement, dass man die Sorge der Menschen verstehe. „Wir arbeiten weiter mit Synnovis, dem Nationalen Zentrum für Cybersicherheit und anderen Partnern zusammen, um den Inhalt der veröffentlichten Daten so schnell wie möglich zu ermitteln.“ Und Synnovis selbst ergänzt: „Wir wissen, wie beunruhigend diese Entwicklung für viele Menschen sein mag. Wir nehmen sie sehr ernst und eine Analyse dieser Daten ist bereits im Gange.”

Was die Veröffentlichung der Daten allerdings auch zeigt: Synnovis ist bislang offensichtlich nicht auf Lösegeldforderungen der Angreifergruppe namens Qilin eingegangen, die in Russland vermutet wird.

Nachwehen lange spürbar

Mittlerweile ist auch das Ausmaß des Angriffs deutlicher abzugrenzen, von dem Experten sagen, es sei der bisher schlimmste auf das britische Gesundheitswesen. Über 1.100 geplante Operationen und knapp 2.200 ambulante Termine musste im Nachgang des Cyberangriffs verschoben werden. Und auch das Labor funktioniert nach wie vor nicht reibungslos. Bis zu sechs Monate müssen Patienten auf einen Bluttest warten, berichten britische Medien. Viele Patienten würden deshalb auf Privatkliniken ausweichen und die Entnahme aus eigener Tasche zahlen.

Bei Synnovis rechnet man erst Ende September damit, dass die Labore wieder voll einsatzfähig sind. Beim ohnehin gebeutelten NHS dürfte es deutlich länger dauern. Experten gehen davon aus, dass sich die Nachwehen des Angriffs noch gut und gerne ein Jahr zu spüren sein werden.

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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