Cyberangriff auf Uniklinik Frankfurt

by | Nov 12, 2023

Anhoren

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An Deutschlands größter Uniklinik erleben Telefon und Fax unfreiwillig eine Renaissance. Ein zentraler Speicherort könnte laut Ärztlichem Direktor die Angriffsziele reduzieren.

 

Glück im Unglück – so könnten man den Cyberangriff auf die Universitätsklinik Frankfurt Anfang Oktober zusammenfassen. Denn es wurden weder Daten verschlüsselt noch entwendet oder Lösegeldforderungen gestellt. Dennoch seien die Auswirkungen auf die IT immens, sagt Professor Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor, gegenüber den Deutschen Presse-Agentur. Denn das Klinikum wurde aus Sicherheitsgründen vom Internet getrennt und muss seine IT-Infrastruktur nun komplett neu aufstellen. Das heißt für das Personal derzeit: Back to the Roots. Faxgeräte und Telefon sind vorerst wieder das Kommunikationsmittel der Wahl. Die Verantwortlichen rechnen damit, dass es Monate dauern wird, bist die IT wieder vollständig funktioniert.

Dem deutschen Gesundheitswesen wird generell ein geringer Digitalisierungsgrad attestiert. Dass die Häuser dennoch in großer Abhängigkeit von der IT stehen, zeigt das Beispiels Rechnungswesen, das laut Graf derzeit die größte Herausforderung darstellt. Zunächst sei es zwar gelungen, die Gehälter für die rund 7.500 Mitarbeiter der Uniklinik auszuzahlen. Aber auch hier wird es dauern, bis alles wieder elektronisch aufgestellt ist. Aktuell würden Rechnungen teilweise über Fax versandt und Verbindlichkeiten mit Papierüberweisungen beglichen. In die 80er Jahre zurückversetzt fühlt sich vermutlich nicht nur Graf, sondern die gesamte Belegschaft.

Der Ärztliche Direktor der Uniklinik betont in dem Zusammenhang, dass ein zentraler Speicherort für Daten eine ähnliche Situation in anderen Krankenhäusern vermeiden könnte und nennt die elektronische Patientenakte als ein Beispiel. Ein solcher Server müsste zwar stark gesichert werden, die Zahl potenzieller Angriffsziele würde damit jedoch reduziert.

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