Computersimulation zur Wirkstofffreisetzung

by | May 8, 2024

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Forscher der Universitäten Leicester und Surrey erhalten umgerechnet rund 1,3 Millionen Euro, um Medikamentenentwicklung zu virtualisieren und damit zu beschleunigen.

 

Es gibt Tabletten, deren Wirkstoffe sofort freigesetzt werden sollen, die sogenannten Immediate-Release-Tabletten. Allerdings ist im Gegensatz zu retadierten Medikamenten, bei denen der Wirkstoff kontrolliert freigesetzt wird, nicht immer klar, dass die Medikamente wie vorgesehen wirken. Um genau das zu erforschen, haben Wissenschaftler der De Montfort University Leicester der University of Surrey nun zusammen umgerechnet rund 1,3 Millionen Euro vom britischen Engineering und Physical Science Research Council bekommen.

Gemeinsam wollen die Forscher mit Hilfe von Computersimulation und anderen Experimenten Modelle entwickeln, die den Prozess der Immediate Release rationalisieren. Ziel des Projektes ist es, Tabletten mit sofortiger Wirkstofffreisetzung virtuell entwerfen und testen zu können und damit die Entwicklung neuer Medikamente deutlich zu beschleunigen. Denn je schneller neue Medikamente auf den Markt kommen, desto kostengünstiger sind sie auch.

Wechselbeziehungen verstehen

„Tabletten machen den größten Teil der Medikamente aus, unsere Gesundheitssysteme sind darauf angewiesen. Grundsätzlich verstehen wir die Entwicklung und Herstellung von Tabletten mittlerweile gut, einige Bereiche sind dennoch nach wie vor eine Herausforderung“, erläutert Prof. Mingzhong Li, Professor für Crystal Engineering and Drug Delivery an der DMU’s Leicester School of Pharmacy. Was es braucht, seien ein detailliertes Verständnis der Wechselbeziehungen zwischen den physikalischen Eigenschaften der Inhaltsstoffe, der Wechselwirkungen zwischen Wirk- und Hilfsstoffen sowie der zugrundeliegenden Zerfalls- und Auflösungsmechanismen, wenn Tabletten mit Flüssigkeit in Kontakt kommen.

„Innerhalb dieses Projekts wollen wir das grundlegende Verständnis dafür entwickeln, wie Tabletten pharmazeutische Wirkstoffe im Magen-Darm-Trakt freisetzen, was unsere Fähigkeit, pharmazeutische Produkte zu modellieren, zu analysieren und zu entwerfen, entscheidend verbessern wird“, glaubt Prof. Li. Dafür arbeiten Experten der beiden Universitäten aus den Bereichen Chemie, Pharmazie und Computermodellierung zusammen. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt.

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