Chatbot übernimmt ambulante Nachsorge bei Depressionen

by | Feb 5, 2024

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Universitäten Greifswald und Erlangen-Nürnberg erforschen in einer großangelegten klinischen Studie die Chatbot-assistierte ambulante Nachsorge bei jungen Menschen mit Depression.

 

Es ist ein neuralgischer Punkt in der Behandlung von Depressionen – die Überleitung von der stationären Therapie in die ambulante Nachsorge. Aufgrund der langen Wartezeiten beiTherapieplätzen von sechs und mehr Monaten oder auch aufgrund falscher Scham oder dem Ehrgeiz, es alleine zu schaffen, stehen viele Betroffene nach dem Klinikaufenthalt alleine da. Das soll sich mit dem neu entwickelten Programm iCAN ändern. iCAN steht für intelligente, Chatbot-assistierte ambulante Nachsorge und ist eine Kombination aus Chatbot-App und Telefongesprächen mit Psychologen. Patienten erhalten nach ihrem Klinikaufenthalt Zugang zur iCAN-App, in der sie Übungen machen, die dabei helfen, im Alltag besser zurechtzukommen. Dabei werden die Nutzer von einem Chatbot unterstützt, der regelmäßig nach ihrer Stimmung fragt und sie motiviert, die Übungen zu nutzen.

Inwieweit iCAN bei der Nachsorge bei Depressionen wirklich verbessern kann, wird nun in einer groß angelegten klinischen Studie ermittelt. Die Frage ist, ob die Betroffenen nach drei, respektive sechs Monaten weniger depressive Symptome aufweisen als die Vergleichsgruppe, die eine Standardversorgung erhält. Zusätzlich wird analysiert, ob iCAN-Teilnehmende schneller passende Nachsorgeangebote finden und seltener erneut in der Klinik behandelt werden müssen.

Die iCAN-Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier und Diplom-Psychologe Stefan Lüttke von der Universität Greifswald ist eine Kooperation von Experten für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Greifswald und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie von Experten für Gesundheitspsychologie der Universität Greifswald. An dem Projekt sind außerdem die beiden Unternehmen mentalis GmbH und 100 Worte Sprachanalyse GmbH sowie zahlreiche Krankenkassen beteiligt. Unterstützt wird das Projekt von 31 Kliniken in Deutschland sowie von Berufs- und Fachverbänden, der Bundespsychotherapeutenkammer und der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention.

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