Deutschlands größter Universitätsklinik fehlt ein Millionenbetrag und doch sind die Bilanzzahlen der Charité positiv zu werten.
Besser als geplant, Jahresfehlbetrag reduziert und doch steht für 2025 ein Minus von 63,6 Millionen Euro in den Büchern der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die Bilanzzahlen 2025 zeigen damit deutlich, wie groß die strukturellen Probleme im stationären Sektor tatsächlich sind. Denn: Die Charité gehörte laut Analyse von Newsweek und Statista auch 2025 zu den zehn besten Krankenhäusern der Welt. Was also belastet den Kliniksektor im Allgemeinen und die Charité im Speziellen? Es sind vor allem hohe Tarifsteigerungen, unzureichende Investitionsfinanzierung auf Landesebene sowie ein hoher Erlösdruck.
Beachtlich ist, dass die Berliner dennoch ihr Defizit um rund 24 Millionen Euro reduzieren konnten, wie Astrid Lurati, Vorstand Finanzen und Infrastruktur, erklärt: „Trotz eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds ist es uns gelungen, das Defizit von minus 87,4 Millionen Euro im Jahr 2024 auf minus 63,6 Millionen Euro zu reduzieren und unsere finanzielle Entwicklung zu stabilisieren – das zeigt, dass unsere eingeleiteten Maßnahmen bereits spürbar greifen.“
Worauf Lurati anspielt, ist der Spagat eines Konsolidierungskurses bei gleichzeitigen Investitionen in Digitalisierung und Infrastruktur. „Die Charité hält konsequent daran fest, auf mittlere Sicht eine wirtschaftliche Stabilisierung zu erreichen – trotz erheblicher Unwägbarkeiten und Kürzungen im Finanzierungssystem der Krankenversorgung und der Fakultät“, betont die Finanzvorständin.
Umsatzerlöse leicht gestiegen
Insgesamt konnten die Umsatzerlöse leicht gesteigert werden und beliefen 2025 sich auf rund 2,2 Milliarden Euro. Mit 1,5 Milliarden Euro wurde der Großteil davon in den stationären Bereichen generiert, weitere 228 Millionen Euro wurden durch ambulante Leistungen erwirtschaftet. Zudem hat Deutschlands größte Universitätsklink zusammen mit dem Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC) mit rund 148.000 voll- und teilstationären sowie mehr als 853.000 ambulanten Fällen 2025 mehr Menschen versorgt als im Jahr zuvor.
Der Dank dafür geht laut dem Vorstandsvorsitzenden Prof. Heyo K. Kroemer vor allem auch an die Belegschaft: „Das Jahr 2025 hat eindrucksvoll gezeigt, wozu die Charité in der Lage ist: Wir haben mehr Patientinnen und Patienten versorgt, konnten unsere internationale Spitzenstellung behaupten und wichtige strukturelle Weichen für die Zukunft stellen. Unsere Stärke ist das große Team der Charité-Mitarbeitenden, das jeden Tag daran arbeitet, das Zusammenspiel von Medizin, Forschung und Innovation zu ermöglichen.“
Epic als Meilenstein für die digitale Transformation
Besonderen Wert legt man in Berlin bei der Kommunikation der Zahlen auch auf die Innovationen, in die man konsequent investiert. So wird die Gründung des Instituts für Künstliche Intelligenz in der Medizin genauso betont, wie die Einführung des neuen, „dringend notwendigen“ Krankenhausinformationssystems EPIC, mit dem ebenfalls ein „Meilenstein für die digitale Transformation“ erreicht werde. Und auch das Joint Venture mit Schwarz Digits wird noch einmal explizit erwähnt.
„Die Charité sieht die anhaltenden Herausforderungen im Gesundheitswesen als Chance, ihre Prozesse weiter zu optimieren und Innovationen gezielt voranzutreiben. Ziel bleibt es, die Position als eines der weltweit führenden Universitätsklinika langfristig zu sichern – zum Wohle der Patientinnen und Patienten sowie der Gesellschaft“, blickt Prof. Kroemer positiv in die Zukunft.



