Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und das Berlin Institute of Health (BIH) wollen mit der Neugründung des ARC Innovation Centers eine „Schnellspur“ für medizinische Innovationen nach israelischem Vorbild aufbauen.
Accelerate, Redesign, Collaborate – unter diesem Motto haben die Charité – Universitätsmedizin Berlin und das Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) mit dem ARC Innovation Center einen neuen organisatorischen Rahmen geschaffen, um medizinische Innovationen schneller und gezielter voranzubringen. Konkret sollen unter dem Dach des ARC Innovation Centers medizinische Expertise, wissenschaftliche Forschung sowie technologische Entwicklung gebündelt werden und so „den Weg von der Idee in den klinischen Alltag verkürzen“, heißt es aus Berlin.
„Der demografische Wandel stellt unser Gesundheitssystem vor beispiellose Herausforderungen. Wir müssen deshalb medizinische Innovationen deutlich schneller in die Praxis bringen und lange Forschungs- und Entwicklungszyklen beschleunigen“, unterstreicht Prof. Heyo Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité, die Idee hinter der Neugründung. Mit dem ARC Innovation Center habe man nun die Möglichkeit geschaffen, anhand konkreter Fragestellungen aus dem Versorgungsalltag interdisziplinär Lösungen zu entwickeln, die medizinisch sinnvoll sowie technisch machbar sind und schnell den Patientinnen und Patienten zugutekommen.
Impuls aus der Belegschaft
Die Idee für das ARC Innovation Center geht auf ein am Sheba Medical Center in Israel entwickeltes Konzept zurück, das mittlerweile weltweit von Kliniken aufgegriffen wird. Ausgangspunkt sind konkrete Herausforderungen aus dem Klinikalltag, die Mitarbeitende aus allen Bereichen einbringen. Das ARC Innovation Center sammelt und priorisiert diese Bedarfe, entwickelt erste Lösungsansätze und testet sie anschließend direkt in der medizinischen Versorgung. Es verbessert die Zusammenarbeit mit externen Partnern, Aufsichtsstellen und Investoren und stellt den Zugang zu Daten, Testumgebungen und klinischer Expertise sicher.
„Die Mitarbeitenden einer Klinik sind die entscheidenden Akteure für echte Transformation im Gesundheitswesen. Das neue Zentrum und das internationale Netzwerk der ARC Center geben ihnen dafür die notwendige Struktur und Reichweite“, sagt Prof. Surjo Soekadar, Chief Innovation Officer und maßgeblich für den Aufbau des neuen ARC Centers verantwortlich. Er entwickelt das Zentrum gemeinsam mit Geschäftsführer Avner Shahal und einem interdisziplinären Kernteam.
Rückfluss in Forschung
Doch bei dieser einen „Fließrichtung“ soll es nicht bleiben. Sind die Entwicklungen des ARC Innovation Centers erfolgreich, können die Erlöse anschließend zurück in die Forschung fließen – ein Kreislauf, der langfristig der Patientenversorgung zugutekommen sollen. Erste konkrete Projekte in Berlin stehen auch schon in den Startlöchern. Geplant sind für die erste Jahreshälfte etwa Ideenwettbewerbe, in denen konkrete Herausforderungen und Lösungsansätze aus Klinik, Forschung und Verwaltung systematisch erfasst werden. Zudem startet ein Innovator-Programm, das Mitarbeitende und externe Teams strukturiert bei der Entwicklung und Umsetzung unternehmerischer Ideen unterstützt.
Gelder fließen über den Förderfonds Wissenschaft in Berlin und die Einstein Stiftung, über die auch Förderer und Investoren die Vorhaben unterstützen können. Ihr Engagement wird dabei durch öffentliche Mittel des Landes Berlin ergänzt. Bei diesem sogenannten Matching-Funds-Modell stellt das Land Berlin für jeden Euro, den Industriepartner oder Start-ups in gemeinsame Projekte mit der Charité investieren, zusätzlich 50 Prozent an Fördermitteln bereit.



