Carl Zeiss Meditec: Umsatzsteigerung, aber Angst vor US-Zöllen

von | Mai 14, 2025

Anhoren

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Nach einem schwierigen Geschäftsjahr 2023/2024 läuft es nun besser für die Carl Zeiss Meditec AG. Dennoch belasten die drohenden US-Zölle das laufende Geschäftsjahr.

 

Eigentlich sind die Zahlen, die die Carl Zeiss Meditec nun für die ersten sechs Monate das Geschäftsjahres 2024/2025 verbuchen kann, erst einmal positiv: Nach Abschluss der Übernahme des Dutch Ophthalmic Research Center (DORC) im April 2024 liegt der konsolidierte Umsatz nun bei rund 1,05 Milliarden Euro (VJ: 947 Millionen Euro). Das macht ein Plus von 10,9 Prozent. Und auch der währungs- und akquisitionsbereinigte Umsatz lag mit -0,5 Prozent nur knapp unter dem Vorjahr. Positiv war, dass sich der Auftragseingang deutlich verbesserte. Hier konnte der Medizintechniker ein Plus von 33,4 Prozent verbuchen. Das EBITA entwickelte sich mit 113,6 im Vergleich zu 113,2 Milliarden ebenfalls positiv.

Entsprechend positiv kommentiert Dr. Markus Weber, Vorstandsvorsitzender der Carl Zeiss Meditec AG, die Bilanz zum ersten Halbjahr: „Insbesondere im Laufe des zweiten Quartals haben wir eine klare Belebung der Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien für die Refraktive Chirurgie in China gesehen.“ Allerdings muss er weiteren Optimismus gleichzeitig bremsen: „Leider belasten die Unsicherheiten rund um die US-Handelszölle und Währungsrisiken derzeit den Ausblick. Wir behalten daher unsere bisherige Prognose eines stabilen bis leicht steigenden EBITA für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres bis auf weiteres bei.“

„Underweight“ von Analysten

Das sehen auch die Analysten so und belassen die Titel des Konzerns bei einem „Underweigt.“ Anchal Verma, Analyst bei der US-Bank JPMorgan heißt es, rechnet aufgrund der US-Zollpolitik und den Wechselkurseffekten sogar mit Gegenwind für Carl Zeiss Meditech und warnt deshalb, dass die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr nicht auf das gesamte Geschäftsjahr hochgerechnet werden könne. Sein Kursziel für die Aktie: 41 Euro. Aktuell notiert der Wert bei rund 63 Euro.

Dennoch macht sich die DORC-Konsolidierung zunächst positiv in den aktuellen Zahlen bemerkbar. Der Umsatz im strategischen Geschäftsbereich Ophthalmology stieg in den ersten sechs Monaten um 15,4 Prozent auf 808,2 Millionen Euro. Aber auch akquisitions- und währungsbereinigt war immerhin noch ein Plus von 0,1 Prozent drin. Die verhaltene organische Umsatzentwicklung begründet man bei Carl Zeiss Meditec mit der anhaltend langsamen Entwicklung im Gerätegeschäft zu Beginn der Periode sowie auf Preisdruck bei Intraokularlinsen in China. Ein gutes Wachstum der Verbrauchsmaterialien für refraktive Chirurgie in China wirkte sich hingegen positiv aus.

Weniger gut lieft es im Geschäftsbereich Microsurgery. Hier sankt der Umsatz um 1,7 Prozent auf 242,3 Millionen Euro. Der Rückgang müsse allerdings im Kontext einer besonders starken Auslieferungsperiode im Vorjahr sowie temporärer Absatzrückgänge während der Einführung des neuen Operationsmikroskops KINEVO 900 S betrachtet werden.

Mehr wiederkehrende Umsätze dank DORC

Was langfristig für Stabilität sorgen könnte, sind die wiederkehrenden Umsätze, die mit der DORC-Übernahme nun von 41,2 auf 50 Prozent gestiegen sind.

Mit Blick auf die Regionen trug EMEA mit 330,2 Millionen und einem Umsatzplus von 14,1 zur Geschäftsentwicklung bei. Positive Wachstumsbeiträge kommen aus den Märkten Deutschland, Großbritannien sowie Spanien. Der Umsatz in der Region Americas stieg um 28,4 Prozent von 216,6 Millionen Euro auf 278,1 Millionen Euro, insbesondere aufgrund einer Erholung in den USA gegenüber einer schwachen Vorjahresperiode. Doch genau hier könnte aufgrund der trumpschen Zollpolitik langfristig auch eine Gefahr liegen.

In der Region Asien-Pazifik verzeichnete Carl Zeiss Meditec mit 442, 2 Millionen Euro einen leichten Umsatzanstieg von 0,2 Prozent. Positive Beiträge kamen aus den Märkten Südostasien, Indien und China. Der japanische Markt verzeichnete indes einen Umsatzrückgang.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2024/25 erwartet Carl Zeiss Meditec weiterhin ein volatiles globales makroökonomisches Umfeld, unter anderem aufgrund der gestiegenen Risiken aus den US-Handelszöllen und der Volatilität an den Währungsmärkten. Unter der Prämisse, dass die oben genannten Unsicherheitsfaktoren sich nicht weiter verschärfen, wird für das restliche Geschäftsjahr weiterhin ein moderater Umsatzzuwachs erwartet. EBITA und EBITA-Marge werden im Geschäftsjahr 2024/25 voraussichtlich stabil bis leicht höher ausfallen. Angesichts der aktuellen makroökonomischen und geopolitischen Unsicherheiten im Hinblick auf die Einführung von Handelszöllen durch die USA sowie gestiegener Währungsrisiken sei derzeit noch keine genauere Prognose möglich.

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