Carl Zeiss Meditec korrigiert Umsatzprognose

by | Jun 18, 2024

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Das Gerätegeschäft erholt sich langsamer als gedacht, weshalb die Carl Zeiss Meditec AG nun ihre Prognose für Umsatz und EBIT nach unten korrigieren muss.

Im April und Mai blieben Auftragseingang, Umsatz und EBIT hinter dem Vorjahr zurück. Deshalb kassiert der in Jena ansässige Medizintechnikhersteller Carl Zeiss Meditec nun seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2023/2024.

In Folge der anhaltend schwachen Geschäftsentwicklung wird die bisherige Prognose gesenkt: Der Umsatz wird voraussichtlich rund zwei Milliarden Euro erreichen. Das bisherige Ziel lag zwischen 2,1 und 2,15 Milliarden Euro. Noch nicht eingerechnet ist hier der Erwerb von Dutch Ophtalmic Researc Center BV (DORC). Carl Zeiss Meditec hatte die Niederländer im vergangenen Dezember zu 100 Prozent übernommen. Die Akquisition wurde damals mit einem Unternehmenswert von rund 985 Millionen Euro bewertet.

Vor allem aufgrund der schwächeren Annahmen für den Gesamtumsatz sowie vorsichtigerer Annahmen für den Verbrauchsmaterialienabsatz in der zweiten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres, die zu einem schwächeren Produktmix und geringerem operativen Hebeleffekt führen, wird das EBIT (ohne Effekte im Zusammenhang mit der DORC-Akquisition) deutlich unter dem bisher genannten Ziel eines vergleichbaren Niveaus zum Vorjahr (348,1 Millionen Euro) liegen und einen Wert zwischen ungefähr 215 ungefähr 265 Millionen Euro erreichen, gibt das Unternehmen bekannt.

Auslandgeschäft rückläufig

Die Ursachen für die schwache Entwicklung des Auftragseingangs und des Umsatzes liegen hauptsächlich im Gerätegeschäft, das unter einem restriktiven Investitionsklima bei wichtigen Kundengruppen, insbesondere in Nordamerika, leide, analysiert man bei Carl Zeiss Meditec. Darüber hinaus sei die wichtige Sommer-Saison für refraktive Operationen in China bisher nur langsam angelaufen. Die Bestellungen für refraktive Verbrauchsmaterialien blieben im dritten Quartal bisher hinter den Werten des Vorjahres zurück. Die langsamer als erwartet verlaufende Einführung der neuen staatlichen Vergabesysteme für Intraokularlinsen in China („National Volume-based Procurement“) verursacht ebenfalls zusätzlichen Gegenwind für Umsatz und EBIT.

Die Konsequenz in Jena: Sparmaßnahmen. Vor allem im Vertrieb, Marketing, aber auch in der Forschung und Entwicklung sollen nun die operativen Kosten gesenkt werden. Mittelfristig hält der Konzern allerdings an seinen Zielen fest und rechnet für das Geschäftsjahr 2024/2025 wieder mit einem Wachstum. Es bleibe das Ziel, mindestens so schnell zu wachsen wie die zugrundeliegenden Märkte. Die EBIT-Marge von nachhaltig über 20 Prozent bleibe ebenfalls unverändert als Zielgröße bestehen.

Kursziel gesenkt

Im Nachgang an die Gewinnwarnung hat die US-Bank JPMorgen das Kursziel für den Medizingerätehersteller deutlich von 69 auf 56 Euro gesenkt und die Einstufung bei „untergewichtet“ belassen. Als Begründung heißt es, die Prognoseanpassung sei größer als erwartet. Auch nach der der Korrektur sei die Aktie wegen bleibender Risiken für Anleger nicht empfehlenswert. Vor der Prognoseanpassung gestern lag die Aktie bei über 84 Euro, verlor dann aber deutlich und eröffnete heute mit 67,10 Euro.

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Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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