Cannabislegalisierung mit Folgen

by | Jun 13, 2024

Anhoren

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Laut einer Umfrage der Pronova BKK kann sich jeder fünfte Befragte vorstellen, mit der Legalisierung Cannabis für den Eigengebrauch zu Hause anzubauen.

Die Hanfpflanze direkt neben den Tomaten im heimischen Garten? Für immer mehr Menschen durchaus eine Überlegung, zeigt die repräsentative Umfrage „Cannabis-Legalisierung 2024“ der Pronova BKK. Jeder Fünfte kann sich mittlerweile vorstellen, Cannabis zu Hause für den Eigengebrauch anzubauen. Bis zu drei weibliche Pflanzen sind pro Erwachsenen nach der neuen Rechtslage erlaubt. Und auch die sogenannten Cannabis-Social-Clubs, Vereine für den nicht-gewerblichen Anbau von Cannabis, sind demnach für mehr als jeden zehnten Befragten eine Option. Vor allem die Generation Z, also die Jahrgänge 1997 bis 2012, finden die neuen Optionen interessant. 25 Prozent denken mittlerweile über eine Mitgliedschaft in einem Anbauverein nach.

Nach den Gründen für den Anbau befragt, sagt jeder zweite potenzielle Selbstversorger, dass er oder sie so die volle Kontrolle über das konsumierte Cannabis habe. Für 30 Prozent sind der große Vorrat und der permanente Zugriff ein Mehrwert. Hier stellen sich vor allem Männer (35 Prozent) als „Hamster“ heraus, während nur 18 Prozent der Frauen die Vorratshaltung als attraktiv bezeichnen. Die finden Cannabis eher als Zimmerpflanzen schön (42 Prozent).

Legalisierung nimmt Hemmnisse

Durch die Legalisierung können sich nun aber auch immer mehr Menschen (16 Prozent) vorstellen, die Substanz künftig auszuprobieren oder regelmäßig zu konsumieren, obwohl sie bisher keine Konsumenten waren. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 21 Prozent. Dr. Gerd Herold, Beratungsarzt der Krankenkasse Pronova BKK, findet das bedenklich: „Eine höhere Verfügbarkeit kann auch eine konsumsteigernde Wirkung haben. Wissenschaftliche Studien belegen, dass der Konsum in der Altersgruppe zwischen 18 und 25 Jahren am höchsten ist und in Deutschland weiter zunimmt.”

Immer wieder warnen Wissenschaftler daher vor dem gesundheitlichen Risiko für Jugendliche und junge Erwachsene beim Cannabiskonsum. Der Grund: Bis zum 25. Lebensjahr ist die Gehirnreifung noch nicht abgeschlossen. Der Konsum kann zu irreversiblen Schäden führen und Depressionen sowie Konzentrations- und Reaktionsstörungen auslösen. „Hier müssen dringend Vorkehrungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen getroffen werden. Die gesetzlich vorgeschriebene Aufzucht der Pflanzen und die Aufbewahrung der Ernte in abschließbaren Schränken oder Räumen allein reichen nicht aus”, glaubt Dr. Herold. „Vielmehr ist eine flächendeckende Verankerung der Cannabisprävention notwendig. In Schulen und Berufsschulen sollten verpflichtende Aufklärungsangebote für junge Menschen und ihre Eltern dazu beitragen, den Konsum bei Heranwachsenden einzudämmen.”

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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