BWKG-Indikator: Drei von vier Krankenhäusern erwarten Verluste

von | Aug. 11, 2026

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Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser in Baden-Württemberg sei mittlerweile dramatisch, attestiert die dortige Krankenhausgesellschaft nach einer aktuellen Befragung.

 

74,8 Prozent der Krankenhäuser in Baden-Württemberg erwarten in diesem Jahr Verluste. Das zeigt der BWKG-Indikator 1/2026, für den die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft (BWKG) im Juni und Juli die Geschäftsführer der Kliniken im Land befragt hat. Damit habe sich die monetäre Situation aus Sicht der BWKG-Verantwortlichen noch einmal deutlich verschlechtert. 2025 hatten 64 Prozent der befragten Entscheider mit Verlusten gerechnet.

„Der aktuelle BWKG-Indikator zeigt eine dramatische Zuspitzung der wirtschaftlichen Lage der Krankenhäuser im Land. Drei von vier Kliniken rechnen für 2026 mit Verlusten. Die Krankenhäuser stehen finanziell mit dem Rücken zur Wand.“, erklärt Heiner Scheffold, Vorstandsvorsitzender der BWKG.

Was besonders besorgniserregend sei: 79,3 Prozent der Geschäftsführenden gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage ihrer Klinik weiter verschlechtern wird. Dies ist der zweithöchste Wert seit dem Start des BWKG-Indikators im Jahr 2010. „Diese Zahlen spiegeln die Auswirkungen der tiefen Einschnitte in die Finanzierungsbasis der Kliniken durch den Wegfall des Rechnungszuschlags und die Kürzungen des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes“, führt Scheffold weiter aus. Er befürchtet, dass mit einem dramatischen Anstieg des Defizits der Krankenhäuser von 880 Millionen Euro in 2026 auf 1,65 Milliarden Euro in 2027 zu rechnen sei. „Damit rutschen die Kliniken immer tiefer in die Krise“, sagt Scheffold.

Ausweg aus Krisenmodus gesucht

Bei der BWKG betont man, dass die Häuser derartige Defizite nicht dauerhaft aus eigener Kraft auffangen und die Träger Millionenbeträge nicht ewig zuschießen könnten. „Wir befürchten und sehen bereits heute schon einen kalten Strukturwandel, bei dem immer öfter allein das Geld und nicht die Bedürfnisse der Bevölkerung darüber entscheiden, ob Leistungen noch an einem Standort erbracht werden“, sagt Scheffold. Solche ungeplanten Einschnitte gefährdeten eine bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung.

Die BWKG fordert daher ein Krankenhaus-Nothilfeprogramm Land Baden-Württemberg, das wir eine verlässliche Finanzierung der notwendigen Transformation sorgen kann. Andernfalls seien die gewachsene Trägervielfalt und die flächendeckende Versorgung gefährdet, zumal immer mehr Kliniken Personalabbau nicht mehr ausschließen. 27,5 Prozent der Geschäftsführer würden derartige Maßnahmen laut aktuellem Indikator bereits in Betracht ziehen.

Kritik übt die BWKG außerdem an der geplanten Vorhaltefinanzierung, die nur dann ihren Zweck erfüllen könne, wenn sie auch zwischen sehr unterschiedlichen Versorgungslogiken unterscheide. Ein einheitlicher „Vorhalte-Topf“ für alles verwische die entscheidende Frage: Welche Strukturen müssen unabhängig von Fallzahlen jederzeit verfügbar sein – und welche Leistungen sind planbar und können weiterhin primär fallbezogen vergütet werden?

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