Burnout am Arbeitsplatz: KI soll es retten

by | Jun 13, 2024

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Telus Mental Health Index zeigt: Viele Arbeitnehmer sind geistig und körperlich erschöpft, weshalb vielen nun hoffen, dass die KI einen positiven Einfluss auf ihre Branche haben wird.

Wie steht es um die psychische Gesundheit der arbeitenden Bevölkerung in Europa. Der Telus Mental Health Index zeigt: nicht besonders gut. 45 Prozent der Arbeitnehmer in Europa sind am Ende ihres Arbeitstages geistig und/oder körperlich erschöpft. Zu viel Arbeit sei die Hauptursache für diese Nähe zum Burnout. Nun hoffen viele Arbeitskräfte, dass Künstliche Intelligenz Entlastung bringt. 37 Prozent der Befragten glauben, dass die KI einen positiven Einfluss auf ihre Branche haben wird. Für den Index wurden im April dieses Jahres Arbeitnehmer in Spanien, Italien, Frankreich, Polen, Deutschland und den Niederlanden befragt.

Und dass sich gerade in Europa etwas ändern muss, zeigt der Index recht deutlich. Europa erreicht 62 von 100 möglichen Punkten und liegt damit hinter Großbritannien (64,6), Kanada (64,0) und den USA (71,0). Werte zwischen 50 und 79 klassifiziert der Telus Mental Health Index als Belastung. Erst ab 80 Punkten sei eine optimale psychische Gesundheit erreicht.

Deutschland besser als der europäische Schnitt

In Deutschland hat sich der Mental Health Index indes um 1,5 auf 66,2 Punkte verbessert. Allerdings haben 32 Prozent der Arbeitnehmer hierzulande ein hohes mentales Gesundheitsrisiko. 54 Prozent gaben sogar an, dass sie sich ausgebrannt fühlen. Von den Arbeitgebern gibt es nur wenig Unterstützung, sagen 61 Prozent.

Dass KI eine Erleichterung in der aktuellen Belastungssituation schafft, glauben allerdings hierzulande deutlich weniger Arbeitnehmer. Im Gegenteil: 31 Prozent glaube, dass ein vermehrter Einsatz von Künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz zu mehr Stress führen wird. In den Niederlanden stimmen dem nur 23 Prozent der Befragten zu, in Frankreich 38 Prozent. In Deutschland haben bisher aber auch nur 27 Prozent der Arbeitnehmer schon einmal auf KI-Lösungen zurückgegriffen, um Aufgaben zu erledigen. Und nur 25 Prozent ziehen in Erwägung, ihre KI-Kenntnisse zu verbessern.

Wo sich die Europäer einig sind: KI wird einen positiven Einfluss auf das Gesundheitswesen haben. Dass sagen 47 Prozent der Arbeitnehmer in Frankreich, 51 Prozent in Deutschland, 52 Prozent der Italiener, 44 Prozent der Niederländer, 50 Prozent der Polen und 55 Prozent der Spanier.

Besser auf KI-Einsatz vorbereiten

„Es steht außer Frage, dass der Fortschritt der KI erhebliche Vorteile mit sich bringen wird, die möglicherweise genauso entscheidend sind wie das Industrie- oder Internet-Zeitalter”, sagte Paula Allen, globale Leiterin Forschung und Kundenerkenntnisse bei Telus Health. Wichtig sei es jedoch, die Belegschaft rechtzeitig einzubinden, etwa mit leicht zugänglichen KI-Tool und -Schulungen. Technologie müsse immer auch erlebbar sein, sagt Allen: „Wie bei jeder Veränderung ist es am besten, die Menschen von Anfang an einzubeziehen und sie zu befähigen, die Möglichkeiten zu begreifen und wertvolle Erkenntnisse beizutragen.”

Und bei den KI-Kenntnissen ist durchaus Luft nach oben, zeigen die Zahlen – nicht nur in Deutschland. Europaweit wollen lediglich 26 Prozent der Arbeitnehmer ihr Wissen rund um die KI verbessern. Je jünger die Arbeitnehmer sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit dafür. Auch Führungskräfte haben eine höhere Motivation, mehr über Künstliche Intelligenz zu lernen.

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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