Bundesärztekammer drängt auf Reform des Medizinstudiums

by | Mar 14, 2024

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Nicht nur ankündigen, sondern auch machen. BÄK-Präsident Reinhardt fordert Politik endlich zum Handeln auf. 

 

Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), drängt die Politik zur Umsetzung der seit Jahren angekündigten Reform des Medizinstudiums. Es läge nun aber an Bund und Ländern, ihrer Verantwortung für eine moderne ärztliche Ausbildung nachzukommen. Ziel der Reform muss es sein, Theorie und Praxis zukünftig enger zu verzahnen sowie die Allgemeinmedizin zu stärken. Die BÄK fordert zudem eine verbindliche Verankerung des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Medizin als Grundlage für Studieninhalte.

Dringender Handlungsbedarf

Eigentlich ist die Reform als Teil des Masterplans Medizinstudium 2020 schon seit im März 2017 beschlossene Sache. Bei der Umsetzung hapert es jedoch. Reinhardt unterstreicht deshalb noch einmal die Dringlichkeit der Situation: „Dem Namen nach haben wir mit dieser Reform also jetzt schon vier Jahre Verzug. Die Reform muss kommen, auch wenn bei einigen Punkten noch Verbesserungsbedarf besteht.“ Konkret nennt Reinhardt eine Aufwandsentschädigung im Praktischen Jahr (PJ), wo nachgebessert werden könnte. Außerdem fordert er, die Landesärztekammern stärker in die Rekrutierung der Lehrpraxen einzubinden, um deren Qualität sicherzustellen. BÄK und der Deutsche Ärztetag setzen sich darüber hinaus für eine differenzierte Fehlzeitenregelung im PJ ein. 

Klare Richtlinien gefordert

Die Reform dränge auch deshalb, weil es immer weniger Hausärzte gäbe. Denn die soll maßgeblich dazu beitragen, die Allgemeinmedizin weiter in den Fokus zu rücken. Als Grundlage für die Lehrninhalte soll der Nationale Kompetenzbasierte Lernzielkatalog Medizin kontinuierlich aktualisiert werden. Bereits auf dem 127. Deutschen Ärztetag 2023 in Essen hatte man betont, wie dringend es ist, das Gesundheitssystem zu reformieren, um für alle Menschen in Deutschland auch weiterhin eine hochwertige ärztliche, patientenzentrierte Versorgung gewährleisten zu können – unabhängig davon, wo sie leben.

Die Bedenken des BÄK-Chefs, die Reform könne „auf den letzten Metern scheitern“, scheinen durchaus berechtigt. Erst im Februar war die geplante Kabinettsdiskussion verschoben und bisher nicht erneut angesetzt worden. Der Hauptgrund für die Verzögerung liegt darin, das sich Bund und Länder uneinig über die Finanzierung der Reform sind. Während die Bundesländer betonen, dass sie der Reform im Bundesrat nur zustimmen werden, wenn der Bund zusichert, sich an den Kosten zu beteiligen, hat die Bundesregierung ihrerseits wiederholt erklärt, dass sie keine finanzielle Unterstützung plant.

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