BSI-Studie zur Sicherheit digitaler Pflegedokumentation

von | Dez. 18, 2024

Anhoren

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Im Auftrag des BSI wird das Fraunhofer-Institut SIT über ein Jahr lang die Sicherheit digitaler Pflegedokumentationssysteme von ambulanten Pflegediensten untersuchen.

 

Wie ist es um die Sicherheit digitaler Pflegedokumentationssysteme bestellt? Das fragt sich das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und hat das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT mit einer einjährigen Studie beauftragt.

In Deutschland gibt es rund 15.000 ambulante Pflegedienste, darunter die großen Verbände wie Caritas oder Arbeiter Samariter Bund, aber auch zahlreiche kleine private Anbieter, die mehr als 50 Prozent des Marktes ausmachen. Sie alle arbeiten mit unterschiedlichen Softwaresystemen, die viele Anwendungsfälle abdecken, beispielsweise zur Tourenplanung oder für Medikationspläne, zur Dokumentation von Krankheitsverläufen und mehr. Dabei werden auch zahlreiche sensitive Daten wie personenbezogene Patientendaten, aber auch Leistungsabrechnungen verarbeitet.

Das Fraunhofer SIT soll im Rahmen des Projekts „DiPS – Studie zur Sicherheit von digitalen Pflegedokumentationssystemen“ die Sicherheit eben dieser Dokumentationssysteme überprüfen.

Pflegedienste für Marktstudie und Tests gesucht

Das Projekt ist im November zunächst mit einer Martkstudie des e-Health-Team des Fraunhofer SIT gestartet. Denn zunächst war es wichtig, sich überhaupt einen Überblick zu verschaffen, welche Pflegedokumentationssysteme im Arbeitsalltag ambulanter Pflegedienste und wie häufig sie genutzt werden.

In einem nächsten Schritt sollen die besonders weit verbreiteten Softwareprodukte auf Herz und Nieren geprüft werden. Um hier ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten, suchen die Forscher noch Pflegedienste, die zum einen bereit sind, an einer Umfrage zu der von ihnen genutzten Software teilzunehmen und zum anderen auch ihr Pflegedokumentationssystem testen zu lassen.

Konkret heißt das, dass die Pflegedokumentationssoftware in Penetrationstests evaluiert und beispielsweise die Authentisierungs-, Kommunikations- und Update-Mechanismen sowie den Einsatz von Kryptografie getestet wird. Außerdem will das Fraunhofer SIT die einzelnen Softwareprodukte genauer untersuchen, um festzustellen, ob sie angemessenen Schutz vor unberechtigtem Zugriff, Malware, Spoofing, Meddler-in-the-Middle-, DDoS-Angriffen oder Ähnlichem bieten. Weitere Informationen zu Teilnahme gibt es hier.

Mehr IT-Sicherheit in der Medizin

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen genutzt werden, um die aktuelle IT-Sicherheitslage dieser Produkte und möglichen Handlungsbedarf zu klären. Die Fraunhofer-Forschenden werden mögliche Schwachstellen in enger Zusammenarbeit mit dem BSI in einem Coordinated-Vulnerability-Disclosure-Verfahren den Herstellern melden. So können sicherheitskritische Probleme frühestmöglich behoben werden. Basierend auf den Ergebnissen werden zum Ende des Projekts Handlungsempfehlungen erstellt, welche zur Veröffentlichung durch das BSI vorgesehen sind.

Das Projekt „DiPS – Studie zur Sicherheit von digitalen Pflegedokumentationssystemen“ läuft von November 2024 bis voraussichtlich Oktober 2025. Projektpartner sind das Fraunhofer SIT sowie OpenSource Security (OS-S) aus Steinfurt. Das Projektvolumen beträgt rund 250.000 Euro. Auftraggeber ist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

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