Die potenzielle Monetarisierung von Lizenzgebühren für den investigativen Wirkstoff Deucrictibant übersteigt die Marktkapitalisierung von Brain Biotech deutlich.
Es ist ein Gesamttransaktionswert von 128,88 Millionen Euro, der die bisherige Marktkapitalisierung von Brain Biotech von rund 60 Millionen Euro deutlich übersteigt. Am späten Freitag gibt der Zwingenberger Enzym- und Protein-Spezialist den Verkauf von Lizenzgebühren für Deucrictibant an Royalty Pharma bekannt. Und obwohl es zunächst nur eine Vorauszahlung von rund 18 Millionen Euro gibt, ging es für den Aktienkurs rasant von 1,47 Euro am Freitag auf einen Eröffnungskurs heute von 2,79 Euro nach oben.
Für CEO Adriaan Moelker ist es ein echter Meilenstein und eine Bestätigung der Bio-Incubator-Projekte, in die in den vergangenen Jahren viel investiert wurde: Diese Transaktion mit dem Marktführer Royalty Pharma hat nicht nur unsere eigenen Wertannahmen für Deucrictibant bestätigt, sondern es uns auch ermöglicht, die erwarteten Barerlöse aus diesem spannenden Projekt deutlich vorzuziehen. Mit den nun verfügbaren Mitteln werden wir die laufende Transformation von Brain Biotech zu einem globalen Top-Ten-Player im hochattraktiven Markt für industrielle Enzyme beschleunigen.“
Der Wirkstoff Deucrictibant befindet sich derzeit in der klinischen Entwicklung zur Behandlung des Hereditären Angioödems. Dabei handelt es sich um eine seltene Erbkrankheit, bei der es immer wieder zu plötzlichen Schwellungen der Haut, an Schleimhäuten oder inneren Organen kommen kann. Entwickelt wird Deucrictibant derzeit durch Pharvaris Netherlands Das Projekt wurde allerdings von der Tochtergesellschaft Analyticon Discovery initiiert, die auf die Gesellschaft verschmolzen wurde, aber weiterhin als eigenständige Geschäftseinheit der Brain Biotech AG auftritt.
Lizenzgebühren als alternative Finanzierung
Für den CFO von Brain Biotech, Michael Schneiders, ist die Monetarisierung von Lizenzgebühren eine interessante und innovative Form der alternativen, nicht verwässernden Finanzierung – vor allem, weil das Unternehmen derzeit „extrem niedrig“ bewertet sei. „Wir waren nicht nur in der Lage, durch die Abschlagszahlung einen signifikanten unmittelbaren Erlös zu erzielen, sondern werden auch am weiteren klinischen Erfolg des Produkts durch kurzfristige regulatorische Meilensteine und weitere langfristige Zahlungen im Zusammenhang mit dem potenziellen Vertriebserfolg von Deucrictibant beteiligt bleiben.“ Nun sei man wieder zuversichtlich, dass die starke operative und strukturelle Entwicklung, die in den letzten drei Jahren begonnen hat, Brain Biotech AG wieder auf die Agenda von Eigenkapitalinvestoren bringen wird.
Der Nettoerlös aus dieser Transaktion soll vor allem für künftige Wachstumsfinanzierungen – einschließlich potenzieller Fusionen und Übernahmen – sowie zur Rückzahlung kurzfristiger Darlehen genutzt werden. Diese Transaktion unterliegt noch marktüblichen Abschlussbedingungen.



