Bosch schließt sich mit R-Biopharm zusammen

by | Apr 18, 2024

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150 Millionen Euro wollen beide Unternehmen in die Molekulardiagnostik stecken – unter anderem in die Entwicklung neuer PCR-Tests für multiresistente gramnegative Backterien.

 

Bosch hat die Medizintechnik als strategisches Wachstumsfeld für sich entdeckt und mit R-Biopharm auch direkt einen neuen Partner für Diagnostiklösungen gefunden. Gemeinsam wollen beide Unternehmen bis zum Jahresende insgesamt 150 Millionen Euro investieren – in eine strategische Entwicklungs- und Vertriebspartnerschaft. Konkret geht es um In-vitro-Diagnostik-Tests für die Vivalytic-Plattform von Bosch, darunter ein neuartiger PCR-Test für multiresistente gramnegative Bakterien (MRGN).

Die Medizintechnik sei für Bosch deshalb interessant, weil man die langjährigen Kompetenzen aus Forschung und Entwicklung von Mikrochips, der Molekulardiagnostik und Miniaturisierung sowie dem Fertigungswissen einbringen könne, sagt Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung. Den Markt für sogenannte Point-of-Care Molekulardiagnostik schätzt man in Waiblingen als zukünftigen Milliardenmarkt ein, weshalb Bosch Healthcare Solutions und R-Biopharm bis 2030 einen Umsatz im mittleren dreistelligen Millionenbereich anstreben.

R-Biopharm bringt seine langjährige Expertise in der klinischen und Lebensmitteldiagnostik in die Partnerschaft sowie seine Vertriebskanäle ein, die zunächst auf zehn Jahre ausgelegt ist. Der Fokus auf einen neuartigen PCR-Test für multiresistente Bakterien habe man auch deshalb gewählt, weil alleine in Europa jährlich mehr als 670.000 Infektionen durch solche antibiotikaresistenten Bakterien auftreten. Zunächst will man sich auf Tests für Tuberkulose und deren Resistenzen konzentrieren.

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