Boehringer Ingelheim auf Spitzenposition

by | Apr 16, 2024

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2023 war ein gutes Jahr für Boehringer Ingelheim. Das Familienunternehmen löst Dax-Konzern Bayer an der Spitze der verschreibungspflichtigen Medikamente ab.

 

Nach einer deutlichen Steigerung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den vergangenen Jahren deutete sich das gute Ergebnis für das Geschäftsjahr 2023 bei Boehringer Ingelheim bereits an. Mit Bekanntgabe der Zahlen heute zeigt das Pharmaunternehmen, wie gut das Jahr wirklich war: Der Nettoumsatz stieg um 9,7 Prozent auf 25,6 Milliarden Euro. Das klassische Pharmageschäft konnte sogar um 10,3 Prozent gesteigert werden und lag 2023 bei 20,8 Milliarden Euro. Im Segment Tiergesundheit lag das Wachstum bei 6,9 Prozent, der Umsatz bei 4,7 Milliarden. Damit liegt das Familienunternehmen bei verschreibungspflichtigen Medikamenten nun vor Dax-Konzern Bayer, wo der Umsatz 2023 nach Einbußen bei rund 18 Milliarden Euro lag.

Auch die Forschungsinvestitionen hielt man 2023 in Ingelheim am Rhein hoch: 5,8 Milliarden Euro, ein Plus von 14,2 Prozent und insgesamt 22,5 Prozent des Nettoumsatzes. Das betitelt auch das Unternehmen als „erheblich“, es scheint aktuell aber ein Garant für das insgesamt mehr als zufriedenstellende Ergebnis zu sein. „Ich bin begeistert, wie ausgewogen und gesund unsere Pipeline heute aussieht”, sagte Hubertus von Baumbach, Vorsitzender des Vorstands. „Wir sind entschlossen, die Entwicklung unserer neuen Therapien zu beschleunigen und sie den Patienten auf dem besten und schnellsten Weg zur Verfügung zu stellen.”

Dazu beitragen könnten fünf Medikamente, die 2023 in den USA auf dem sogenannten „Fast-Track“ der US-Arzneimittelaufsicht FDA ihren Weg in den Markt gefunden haben. Eine weitere Therapie habe die FDA-Breakthrough-Therapy- sowie die Prime-Zulassung des europäischen Pendants EMA erhalten. Mit dem Fokus auf therapeutische Forschungsgebiete in den Bereichen Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen, Onkologie, Atemwegserkrankungen, Immunologie, psychische Gesundheit und Netzhautgesundheit ist Boehringer Ingelheim vor allem in jenen Bereichen mit hohem ungedecktem Patientenbedarf aktiv.

Und auch der Ausblick bleibt positiv: In den nächsten zwölf bis 18 Monaten sollen gleich zehn neue Phase-II- und Phase-III-Studien starten, bis 2030 dann 25 neue Behandlungen in der Humanmedizin in den Markt eingeführt werden. Im Bereich Tiergesundheit werden bis 2026 marktübergreifend 20 zusätzliche Markteinführungen erwartet, darunter Produktaktualisierungen, Indikationserweiterungen und neue Produkte. Für 2024 erwartet Boehringer Ingelheim auf vergleichbarer Basis, bereinigt um Währungs- und Sondereffekte, einen leichten Anstieg der Umsätze gegenüber dem Vorjahr.

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