Kampf gegen die Langzeitfolgen von COVID-19: Mit 30 geförderten Projekten startet das Bundesgesundheitsministerium ein Koordinierungsnetzwerk für Long COVID. Auch Kinder und Jugendliche rücken in den Fokus.
30 Forschungsprojekte, 120 Millionen Euro, eine zentrale Koordinierung – das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) intensiviert die Long COVID-Forschung. Mit einem ersten Treffen der Projektleitenden in Berlin fiel nun der Startschuss für das neue Forschungsnetzwerk. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die Versorgung zu bringen und Versorgungserfahrungen für die Forschung nutzbar zu machen.
Forschung und Versorgung verzahnen
Viele Menschen leiden auch Jahre nach einer COVID-19-Infektion unter gesundheitlichen Folgen. Die Bandbreite der Symptome reicht von extremer Erschöpfung bis hin zu schweren neurologischen Beeinträchtigungen. Deutschland investiert mit 120 Millionen Euro bis 2028 so viel in die Erforschung von Long COVID wie kaum ein anderes Land. Gesundheitsminister Karl Lauterbach betonte, dass der Einsatz sich gelohnt habe: „Wir lassen die Betroffenen nicht allein.“
Das Netzwerk umfasst mehrere Förderschwerpunkte: Neben der Forschung zu innovativen Versorgungsansätzen, etwa mit digitalen Hilfsmitteln wie Wearables, wird auch die Versorgungslage insgesamt untersucht. Eine Koordinierungsstelle bei der „Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V.“ (TMF) sorgt für den Austausch zwischen den Projekten.
Auch ME/CFS und Impfnebenwirkungen im Blick
Nicht nur Long COVID steht im Fokus – auch Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen, insbesondere das Chronische Fatigue-Syndrom (ME/CFS), werden einbezogen. Das gilt sowohl für Fälle nach einer COVID-Infektion als auch für vergleichbare Beschwerden nach einer Impfung. Damit könnten die Forschungsergebnisse weit über Long COVID hinaus Bedeutung gewinnen.
Besonders beachtet wird zudem die Situation von Kindern und Jugendlichen. Ein eigenes Netzwerk aus Modellprojekten zur Versorgung dieser Gruppe wird in Kürze starten.
73 Millionen Euro für 30 Projekte – weitere 45 Millionen folgen
Die ersten 30 Projekte, ausgewählt in einem wettbewerblichen Verfahren, haben ihre Arbeit bereits aufgenommen. Dafür stehen bis 2028 insgesamt 73 Millionen Euro bereit. Ein zweiter Förderschwerpunkt zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit ähnlichen Krankheitsbildern wird mit weiteren 45 Millionen Euro gefördert.
Mit dem neuen Netzwerk setzt das BMG auf eine enge Verzahnung von Forschung und Praxis – ein entscheidender Schritt, um Betroffenen möglichst schnell bessere Behandlungsmöglichkeiten zu bieten.


